Stolberg-Mausbach: Don Kosaken begeistern mit ihren Stimmen das Publikum

Stolberg-Mausbach: Don Kosaken begeistern mit ihren Stimmen das Publikum

Die russische Seele, sie ist in der Musik der „Maxim Kowalew Don Kosaken” eingefangen. Es ist ein Gesang, in dem Melancholie mitschwingt, der Ausdruck für eine tiefe Sehnsucht, aber auch Lebensfreude ist.

Es ist aber vor allem diese schier endlose Weite der Landschaft, die den Menschen und damit der Musik ihren Stempel aufgedrückt hat.

Die „Maxim Kowalew Don Kosaken”, die am Sonntagabend in der St. Markus-Kirche in Mausbach auftraten, beherrschen diese Art des Gesangs meisterhaft.

Ihr Auftritt in Mausbach war ihr letzter vor der zweimonatigen Pause, die die Sänger in ihrer Heimat verbringen, um dort Kraft für die Deutschlandtournee zu tanken.

Das Ensemble benötigt nur ein Minimum an Equipment: Ein Akkordeon ist das einzige Instrument. Die sieben Männer trugen schwarze Uniformen, dazu die schneidigen Reitstiefel der Kosaken.

Mit ihrem Gesang füllten sie schier das komplette Gotteshaus aus. Dafür bedurfte es nicht einmal der Unterstützung durch Lautsprecher. Die Stimmen der Sieben - bei manchen Konzerten steht der Chor mit bis zu 16 Sängern auf der Bühne - sind so kraftvoll und tragend, dass selbst große Säle kein Problem darstellen.

Es heißt, Musik sagt mehr als tausend Worte. Die tiefe Wahrheit dieses Ausspruchs wurde einem an diesem Abend einmal mehr bewusst. Auch wenn man die Sprache nicht versteht, erahnte man doch, worum es im Ansatz geht.

Tiefer Bass und glockenheller Tenor wechselten sich ab, stimmten ein in einen gemeinsamen Gesang oder boten ein grandiosen Solo dar.

Das Lungenvolumen der Maxim Kowalew Don Kosaken muss enorm sein, gemessen daran, wie lang sie die Tonlage halten können. Benannt ist die Gesangtruppe nach ihrem musikalischen Leiter, Maxim Kowalew, der aus Danzig stammt.

Koswalews Vater war Pianist, seine Mutter Gesangslehrerin. Durch die russische Abstammung seines Vaters wurde seine Neugierde für die Kultur des großen Landes im Osten geweckt.

Wie Kowalew, so sind alle Sänger des Chors im Gesang ausgebildet - und das hört man auch. Die Zuhörer erlebten ein Konzert auf hohem Niveau, bei welchem der Bogen von der russisch-orthodoxen Sakralmusik bis hin zu den Volksweisen gespannt wurde.

Zuhörer Günter Weishaupt ist begeistert: „Es ist erstaunlich, dass so wenige Sänger zu einer solchen gesanglichen Kraft fähig sind. Das Konzert vermittelt ein Gefühl der Ruhe und Entspannung.”

Zum Ende des fast eineinhalbstündigen Konzertes stimmten die Kowalew-Kosaken das berühmte „Kalinka”-Lied an. Kalinka bedeutet übersetzt übrigens Wachholder. Das Publikum war hin und weg, applaudierte stehend und die Chormitglieder bedankten sich mit einer großzügigen Zugabe.

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