DigitalHUB begeistert städteregionale Politik

DigitalHUB begeistert Politik : Aus dem Sponsor wird ein User

Zu einem unpassenderen Zeitpunkt hätte die Technik im Mediensaal des Städteregionshauses kaum versagen können: Just in dem Moment, als Iris Wilhelmi den Politikerinnen und Politikern das Thema Digitalisierung näherbringen wollte, streikten Laptop und Beamer. Die Geschäftsführerin des Vereins DigitalHUB nahm es mit Humor. Sie wusste die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft und Beteiligungen auch so zu begeistern.

Der Verein ist erst seit zwei Jahren am Start und hat schon jede Menge erreicht. Entstanden ist er 2016 aus der Initiative „Aachen digitalisiert“. Bei einem vom Land ausgelobten Wettbewerb setzte sich Aachen als einer von sechs Standorten für ein „DigitalHUB“ (kurz: DigiHUB) durch. In wenigen Wochen war es damals gelungen, 1,5 Millionen Euro bei Unternehmen und Institutionen einzusammeln und so weitere 1,5 Millionen Euro Landesmittel zu erhalten. Die Städteregion hatte damals Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, bewogen, mit insgesamt 240.000 Euro einzusteigen, und zahlt selbst 5000 Euro Jahresbeitrag. Ziel des DigiHUB ist es, Startups und IT-Unternehmen mit klassischen Unternehmen, Industrie und Verwaltungen zusammen zu bringen und gemeinsam die Digitalisierung voranzutreiben sowie neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

„Wir sind die einzigen in NRW, die nicht nur auf Startups setzen und die einen Trägerverein haben“, berichtete Iris Wilhelmi. Unter den inzwischen rund 250 Mitgliedern des Vereins seien 120 Startups und 30 IT-Mittelständler, die digitale Lösungen für Problemlagen anbieten, sowie 40 Unternehmen, die solche Lösungen brauchen. Hinzukommen Unterstützer aus Wissenschaft und Politik sowie Investoren und Sponsoren.

Erweiterung ist im Gange

Aachen und die Region seien dank der Hochschulen schon lange als technologisch innovativ bekannt, weniger jedoch im Bereich Digitalisierung. Das hat sich laut Iris Wilhelmi geändert: „Inzwischen sind wir digitale Modellregion.“ Herzstück des DigiHUB in Aachen ist die „Digital Church“ in der ehemaligen Elisabethkirche. Hier gibt es flexible Arbeitsplätze, technische Zugänge und Platz für Besprechungen. Das Interesse ist so groß, dass die ehemaligen Kirche schon nicht mehr ausreicht. Die frühere Küsterwohnung wird schon mitgenutzt, berichtete Iris Wilhelmi. „Die Erweiterung ist also schon in vollem Gange.“ Die Unterstützung, die die „User“ vor Ort erhalten, sei umfassend, sie reiche von der Bereitsstellung von Arbeitsplätzen samt Zugängen zu den anderen DigiHUBs über die Vermittlung von Geschäftspartnern und die Organisation von Austauschmöglichkeiten bis hin zu Beratung und Trainings.

Auch die Veranstaltungen des Vereins belegen den Erfolg. „Wir sind inzwischen so was wie Veranstaltungsweltmeister“, stellte die Geschäftsführerin augenzwinkernd fest. Rund 8000 Besucher wurden bei bislang 80 Vorträgen, Diskussionsrunden, Fortbildungen und Workshops gezählt.

Die Begeisterung, mit der Iris Wilhelmi von ihrer Arbeit gesprochen hatte, übertrug sich auf die Ausschussmitglieder. Alle Fraktionen betonten, wie wichtig die Digitalisierung sei. Und mit Blick auf die Digitalisierung der städteregionalen Verwaltung stimmten sie dem Wechsel von der Sponsoren- zur „Usermitgliedschaft“ einstimmig zu. Damit kann dann auch die Städteregionsverwaltung die vielfältigen Angebote des Vereins nutzen – zum selben Jahresbeitrag von 5000 Euro.

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