Die Patientenhilfe am Bethlehem-Gesundheitszentrum feiert Jubiläum

Ehrenamtliches Engagement : Patientenhilfe im Stolberger Krankenhaus feiert 25-Jähriges

Marie-Luise Arth und Roswitha Boltz sind Teil der Patientenhilfe am Krankenhaus. Diese feiert nun ihren 25. Geburtstag. Nun blicken die beiden Ehrenamtlerinnen auf die Anfänge zurück. Und die waren nicht immer einfach.

Es gibt etliche Momente aus den vergangenen 25 Jahren, an die sich Marie-Luise Arth und Roswitha Boltz erinnern können. Viele davon fallen positiv aus, einige sind auch nicht so schön und dann gibt es auch welche, die den beiden Damen wohl noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Beispielsweise der Anruf eines Patienten, der bei Marie-Luise Arth Currywurst und Pommes bestellte, oder der erste Besuch von Roswitha Boltz auf der Orthopädie-Station für Männer. „Da hatte ich vielleicht rote Ohren“, sagt Roswitha Boltz und lacht. Sie und Marie-Luise Arth sind Teil der Patientenhilfe am Bethlehem-Gesundheitszentrum, die in dieser Woche 25 Jahre alt wird.

Angefangen hat alles im Februar 1994. Im Aachener Klinikum gab es damals die so genannten grünen Damen, die sich um die Patienten kümmerten. Ihren Namen hatten diese den grünen Kitteln zu verdanken, die sie trugen.  Auf diese verzichtete man am Bethlehem allerdings. Die Gruppierung – damals bestehend aus sechs Damen – engagierte sich fortan unter dem Namen Patientenhilfe. „Wir waren eine der wenigen Gruppen ohne Kittel. Das hat uns bis heute nicht leid getan“, sagt Roswitha Boltz.

Kontakt mit Patienten

Sie ist bereits seit der Gründung vor 25 Jahren mit von der Partie. Ein Vortrag machte sie auf das Projekt aufmerksam. Sie schaute sich die ehrenamtliche Arbeit im Krankenhaus an und blieb dabei – bis heute. Ihre Aufgabe: Sie ging über die Stationen und kam in Kontakt mit den Patienten. „Man wurde damals richtig ins kalte Wasser geworfen. Wenn man die Klinke zu einem Zimmer runtergedrückt hat, bekam man Herzrasen, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt“, sagt Boltz. Damals waren die Stationen noch nach Frauen und Männern getrennt. Der erste Einsatz von Roswitha Boltz führte sie auf die Orthopädie-Station – für Männer. „Das werde ich nie vergessen“, sagt Boltz und lacht.

Marie-Luise Arth stieß ein Jahr später dazu und ist heute die Sprecherin der Patientenhilfe. Sie wurde durch einen Artikel darauf aufmerksam, kannte das Konzept auch schon aus anderen Krankenhäusern. Nach dem ersten Reinschnuppern war sie allerdings nicht so begeistert. „Man erzählte mir, was alles passieren könnte. Wir durften die Patienten zum Beispiel nicht füttern. Hätten wir das trotzdem gemacht, hätten sie ersticken können. Nach dem ersten Gespräch habe ich erst einmal wieder abgesagt“, erinnert sie sich. Doch die damalige Leiterin ließ nicht locker und Arth sagte schließlich doch zu.

Auf die Station ging Arth übrigens nie. Sie ist im Foyer des Krankenhauses zu finden und den Patienten dort eine große Hilfe. Immer wieder kommt sie mit ihnen ins Gespräch und hat die Erfahrung gemacht: „Viele Leute kommen lieber zu uns runter und unterhalten sich hier mit uns. Vor allem, wenn sie auf Mehrbettzimmern liegen.“

Mittlerweile besteht die Patientenhilfe aus 13 Ehrenamtlern. Fünf davon sind schon seit über 20 Jahren dabei. Mit neuen Mitstreitern geht man heute ein wenig anders um. Sie werden bei ihren ersten Einsätzen begleitet. „Man braucht viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, aber ein Rezept für die Arbeit gibt es nicht“, sagt Boltz. Bei den Patienten sei man von Beginn an beliebt gewesen, beim Personal allerdings nicht immer. „Wir sind ja nur für das Mitmenschliche da. Kleine Dienste haben wir abgelehnt. Das kam nicht immer gut an“, sagt Boltz.

Heute sehe das natürlich ganz anders aus, sagt Arth. „Wir haben feste Regeln.“ Wünschen Patienten sich beispielsweise ein bestimmtes Getränk oder eine Mahlzeit, wird dies vorab mit den Schwestern abgesprochen. „Für neue Mitstreiter ist es immer schwer, Patienten einen Wunsch abzuschlagen“, sagt Arth. Das sei aber wichtig. Schließlich dürfe nicht jeder Patient auch alles essen und trinken.

Mittlerweile sind die Ehrenamtler nicht nur am Vormittag, sondern auch am Nachmittag im Krankenhaus unterwegs. Neue Mitstreiter werden immer gebraucht (siehe Infobox). Einmal im Monat kommen alle Ehrenamtler bei einem Treffen zusammen, damit ein regelmäßiger Austausch gewährleistet ist. Auch Fortbildungen stehen Jahr für Jahr auf dem Programm.

Sehr dankbar

Boltz und Arth macht die ehrenamtliche Arbeit nach wie vor großen Spaß. Besonders ältere Menschen seien immer sehr dankbar. „Das ist für mich der größte Lohn“, sagt Boltz. Sie will so lange weitermachen, „wie es noch Freude macht“. Die Arbeit tue ihr gut. Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen, sei überaus wichtig, sagt sie. Für Arth spielt noch ein anderes Thema eine wichtige Rolle. „Man hat auch regelmäßig Erfolgserlebnisse, wenn man Menschen helfen kann.“

Gefeiert wird das Jubiläum übrigens an diesem Donnerstag – und zwar dort, wo vor 25 Jahren alles anfing: im Bethlehem-Gesundheitszentrum.