Stolberg-Breinig: Die legendäre Venn-Akademie öffnet jetzt wieder ihre Türen

Stolberg-Breinig: Die legendäre Venn-Akademie öffnet jetzt wieder ihre Türen

Der Künstler Win Braun lässt die Venn-Akademie wieder aufleben. „Und das nicht nur bei Aktionen wie ,Kunst und Breinig‘. Die Venn-Akademie hebt Grenzen zwischen Kunst und Alltag auf“, beschreibt der 59-jährige Breiniger.

Der Mann der ersten Stunde, der 1983 die Venn-Akademie mit den Künstlerkollegen Emil Sorge, Hartmut „Hacki“ Ritzerfeld und Franz-Bernd Becker gegründet hat, freut sich, ein festes Domizil für die wiederbelebte Akademie gefunden zu haben: André Hennecken stellt Bauwagen und Halle an der Ecke Alt Breinig 4 zur Verfügung.

Dort ist nun die Heimat der Venn-Akademie, oder wie Braun es auch nennt „der Ausgangspunkt“, denn von dort aus soll die Kunst durchaus Kreise ziehen. „Wir wollen die Menschen und ihre Häuser in Breinig und Umgebung für Kunst öffnen“, sagt Hennecken. Der erste Gastkünstler der Venn-Akademie ist der Stolberger Herbert Klär. „Der erweiterte Kunstbegriff mit seiner sozialen Komponente spielt in der Venn-Akademie eine wichtige Rolle“, meint der Schüler von Joseph Beuys.

Angefangen damit, dass Klär und Braun derzeit gemeinsam künstlerisch arbeiten. „Jeder malt seine eigenen Bilder, und als Experiment malen wir auch zu zweit an ein und demselben Bild“, erläutert Klär einen sozialen Aspekt der Schaffensphase.

Besonderer Clou

Der besondere Clou soll die Präsentation der Venn-Akademie-Kunst werden. „Wir arbeiten eine Woche und immer mittwochs zeigen wir Interessierten, was dabei herausgekommen ist“, sagt Braun, der plant jeden Monat einen anderen Gastkünstler in die Akademie zu holen. So entstehe eine hoch dynamische und vielfältige Dauerausstellung, deren Besucher nicht nur die Werke der Künstler betrachten können, sondern auch sehr nahe am Schaffensprozess seien. Und es entstehe ein kommunikativer Treffpunkt, wie Hennecken hervorhebt.

Die kleine Halle und der gemütlich eingerichtete Bauwagen sei sowohl das „Basis-Lager“ der Venn-Akademie als auch eine Anlaufstelle für Menschen. „Hier treffen sich Künstler und Kunstfreunde aber auch Menschen, die bislang kaum Berührungspunkte mit Kunst hatten, und es besteht die regelmäßige Möglichkeit zum freien Austausch.“ Braun schätzt diese Form der wiederbelebten Venn-Akademie als einzigartig in der Region ein. „Jede Woche werden neue Werke geschaffen, die Besucher und die Gastkünstler und damit auch die Gespräche miteinander wechseln ständig, was einen großen Reiz hat. In Breinig wird die Kunst ein innerer Bestandteil des Lebens“, sagt Braun.

Mehr von Aachener Nachrichten