Stolberg-Atsch: Die Geheimnisse der alten „Zigeunerbrücke”

Stolberg-Atsch: Die Geheimnisse der alten „Zigeunerbrücke”

„Zigeunerbrücke” wird das Fundament eines alten Brückenbauwerks genannt, das als archäologisches Denkmal geführt wird und im Atscher Wald zu finden ist. Die Brücke war einst Bestandteil einer Eisenbahnlinie, die 1875 eröffnet wurde und die in Alsdorf und Würselen gelegenen Kohlengruben mit Stolberg verband.

Erbaut hatte die Bahnlinie, deren Überreste als rund zwei Meter hoher und drei Meter breiter Damm in der Nähe der Gaststätte „Forsthaus Weiden” liegen, eine Privatbahngesellschaft, die sich anfänglich „Aachener Industriebahn” und später „Aachen-Jülicher Eisenbahn” nannte: Der Damm befindet sich am „Pastorenweg” und verläuft in Richtung Autobahn. Heute führt über den alten Damm ein Reitweg. Er hat ein hohes Alter.

Pferdebahnlinie

Bereits 1858 hatten die Betreiber der in Alsdorf gelegenen „Grube Maria” eine Pferdebahnlinie erbaut, um die in Alsdorf geförderte Kohle nach Stolberg transportieren zu können. Diese, durch den Atscher Wald führende Pferdebahnlinie wurde 17 Jahre später von der Aachener Industriebahn übernommen und aufwendig umgebaut, weil man die Strecke fortan als Eisenbahnlinie nutzen wollte. Außer der „Zigeunerbrücke” ist am „Pastorenweg” noch ein weiteres historisches Detail aus der Vergangenheit der alten Eisenbahnlinie zu sehen.

Ungefähr in der Mitte des rund 300 Meter langen Bahndammes befindet sich nämlich ein aus Ziegelstein erbauter Durchlass, der den Bahndamm unterquert und dazu dient, das Wasser eines kleinen Baches von der einen auf die andere Seite zu transportieren. Endpunkt der alten Bahnlinie, die parallel zur der 1870 von der „Rheinischen Eisenbahngesellschaft” gebauten Strecke verlief, war der an der Ecke Steinbach-/ Haldenstraße liegende Atscher Bahnhof. Als 1887 die Privatbahnen verstaatlicht werden, wird auch die einst von der Aachener Industriebahn erbaute Strecke umgebaut.

Vermutlich ist sie um 1923 stillgelegt worden. Bestehen blieb nur die parallel verlaufende Strecke, die 1870 von der „Rheinischen Eisenbahngesellschaft” gebaut, in Kürze unter der Regie des Euregiobahnbetreibers „EVS” eine Renaissance erleben soll.

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