Stolberg: Die Euregiobahn als ein erfolgreiches Beispiel in Europa

Stolberg: Die Euregiobahn als ein erfolgreiches Beispiel in Europa

„Die Euregiobahn ist ein erfolgreiches Beispiel für ein lokales Transportangebot auf reaktivierten und teilweise neu gebauten Strecken“: Europa blickte am Sonntag in Stolberg auf die Euregiobahn — genauer gesagt Delegierte Konferenz des Europäischen Fahrgastverbandes, der in Aachen tagte und sich vor Ort selbst ein Beispiel von der Realität in Düren machen konnte.

„Dass wir trotz Großbaustellen pünktlich unterwegs sind ist das beste Beispiel“, sagte Franz Welfens von der DB Regio mit Blick auf die Rundfahrt von Aachen über Herzogenrath und Alsdorf zum Stolberger Hauptbahnhof nebst Abstecher zur Altstadt und nach Düren.

Im Hauptbahnhof selbst informierten Thomas Fürpeil, Geschäftsführer des Stolberger Infrastrukturunternehmens EVS, und Burkhard Fahl vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) nicht nur über die Hintergründe der Gründung der Euregiobahn, ihrem stetigen Ausbau in der „Salami-Taktik“ und über zukünftige Ziele.

Die Euregiobahn begründete nicht nur 2001 eine Direktverbindung zwischen der Stolberger Altstadt via Aachen und Herzogenrath nach Heerlen, sondern für das von der DB Regio im Auftrag des NVR unterbreitete Nahverkehrsangebot wurde 2009 die seit Jahrzehnten erste Neubaustrecke Deutschlands über 2,5 Kilometer nach Langerwehe.

Mit der Reaktivierung der Verbindung zwischen Altstadt und Breinig inklusive Sanierung des Rüstbach-Viaduktes bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wird der nächste Schritt zur Ausweitung des Netzes angegangen. Der soll aber mittelfristig weiter reichen und über Walheim und Raeren in Eupen das belgische Streckennetz erreichen, sagte Thomas Fürpeil: „Zunächst nur für den touristischen Bahnverkehr“. Dieser hatte in den 1990er Jahren auch den Stolberger Abschnitt am Leben gehalten.

Den Erfolg der Euregiobahn machte Burkhard Fahl auch an anderen Zahlen deutlich: „Eine Verdopplung der Zugkilometer hat zu einer Versechsfachung der Kundennachfrage geführt“. Ein Leistungsumfang von zwei Millionen Zugkilometern soll im Dezember diesen Jahres mit einem weiteren länderüberschreitenden Projekt auf die Erfolgsschiene gesetzt werden: Mit der Elektrifizierung des Abschnittes zwischen Landgraaf und Herzogenrath soll der „Limax“, ein Expresszug zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen das Nahverkehrsangebot zwischen den Metropolen des Dreiländerecks verbessern.

Dazu müssen eigens Fahrzeugsysteme beschafft werden, die die drei unterschiedlichen Stromsysteme der drei Länder „verdauen“ können. Betreiber des „Limax“ sind die Arriva in Kooperation mit der DB Regio.

Im Norden der Städteregion sind zudem weitere Ausbaustufen der Euregiobahn vorgesehen, die bereits in der Finanzplanung des NVR berücksichtigt sind. Über Mariagrube und Hoengen soll die Strecke bis Siersdorf reaktiviert werden, von dort ist eine Neubaustrecke bis ins Baesweiler Gewerbegebiet avisiert. Und mit der Elektrifizierung der Euregiobahn bis 2021 sollen zudem die Haltepunkte in Merzbrück und Eschweiler-Aue gebaut werden.

(-jül-)
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