Big-Band-Musik: Die „Crack Field Stompers“ des Ritzefeld-Gymnasiums begeistern bei Winterkonzert

Big-Band-Musik : Die „Crack Field Stompers“ des Ritzefeld-Gymnasiums begeistern bei Winterkonzert

Eine eigene Big-Band? Damit kann gewiss nicht jede Schule punkten. Umso bemerkenswerter ist es daher, dass das Ritzefeld-Gymnasium dies seit mittlerweile bereits 37 Jahren nicht nur einfach kann, sondern mit den „Crack Field Stompers“, kurz CFS, eine Big-Band mit richtig viel Klasse präsentiert.

Dies stellten die Musikerinnen und Musiker auf ihrem traditionellen Winterkonzert eindrucksvoll unter Beweis.

Wie in jedem Jahr luden sie hierzu neben den Fünftklässlern mit ihren Eltern auch das Lehrerkollegium, die Schulleitung und ihre Fans in ihr „Wohnzimmer“(gemeint ist hier das Kulturzentrum Frankental),  wie der Leiter der Band und Lehrer des „Ritze“, Thomas Horbach, es scherzhaft nannte, ein.

Zum Auftakt des Konzerts war die Bühne in sanftes Licht getaucht, während die Bandmitglieder nach und nach, zu den dramatischen Klängen des Soundtracks von „Mission Impossible“, ihre Plätze einnahmen. Aufgeboten wurde alles was eine Big-Band standardmäßig so braucht: Trompeten, Posaunen und Saxophone ergänzt durch Melodie- und Rhythmusinstrumente. Nur ist das Ensemble des Ritzefeld-Gymnasium eben nicht nur dem Standard entsprechend besetzt, sondern die Anzahl der Instrumente sprengt den gängigen Rahmen bei weitem.

Für diesen Abend hatte man ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, dass sich nicht nur auf das klassische Big-Band Repertoire wie „Basin Street Blues“ oder „Birdland“ beschränkte. Vielmehr baute man auch andere Genres gekonnt und gut performt in das abendliche Gesamtkonzept ein. So eroberten Rock‘n Roll-Stücke wie „Barbara Ann“ den Saal genauso wie die Titelsongs von „Rocky III“- „Eye Of The Tiger“ - oder Star Wars. Auch schwierige Aufgaben, wie die Präsentation des Songs „Enter Sandman“ der Metal-Band Metallica, meisterte man souverän.

Musikalische Highlights bildeten auch die Auftritte der beiden Sängerinnen Kim Einhard (u.a. Love Song/Sara Varailles) und Laura Scherello (u.a. Eye Of The Tiger). Mit diesem Aufgebot sorgte „das Sahnehäubchen vom Ritzefeld-Gymnasium“, O-Ton Thomas Horbach, für zwei Stunden kurzweiliger Unterhaltung und der Leiter der Band versprach nicht zuviel als er am Ende des ersten Teils versprach: „Nach der Pause reißen wir die Hütte ab.“

Vielfacher Musikwechsel

Überhaupt hatte der engagierte Horbach, der die Band seit Anfang 2016 leitet, einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der guten Stimmung, denn seiner Begeisterung für die Arbeit mit den jungen Musikern, die er auch offen zum Ausdruck brachte, konnte sich sicherlich kaum einer entziehen. Motivation pur ist für die Mitglieder der CFS wohl auch, dass jedes einzelne Mitglied sein Können unter Beweis stellen kann. Sichergestellt wurde dies  an diesem Abend durch die vielfachen, gut organisierten Musikerwechsel und die eingebauten Soli, bei denen Einzelne einmal besonders ins Rampenlicht treten konnten. Ein Beispiel von diesen gelungenen Zwischenspielen war das brilliante Schlagzeug-Solo des ehemaligen Schülers Matthias Hartwich. Die Musikstücke werden der Band übrigens nicht einfach nur vorgelegt. Vielmehr ist „die Auswahl das Ergebnis eines Entwicklungsprozesse“, betonte Horbach.

Nachwuchsprobleme? Das ist bei den CFS  bei so viel positivem Antrieb derzeit glücklicherweise kein Thema, da die Sieben- und Achtklässler momentan stark im Ensemble vertreten sind und hoffentlich noch einige Zeit zur Verfügung stehen werden. Außerdem lautet eine Tradition  bei den CFS „einmal dabei immer dabei“  und daher musizieren auch zahlreiche Ehemalige immer noch aktiv mit. Trotzdem wurde ihr Leiter nicht müde bei den Anwesenden fünften Klassen Werbung  für die aktive Teilnahme in der Band zu betreiben, denn Zeiten ändern sich für gewöhnlich auch wieder einmal.

Bei dem Auftritt an diesem Abend  konnte Thomas Horbach zudem auf  eine Musikerin einer anderen Schule zurückgreifen – der Kontrabass wurde von einer Schülerin des Einhard Gymnasium in Aachen gespielt.

Bevor die „Crack Field Stompers“ das Konzert mit einer Zugabe beendeten, bedankte sich Thomas Horbach nicht nur ausdrücklich bei allen Mitwirkenden – er vergaß auch die Techniker nicht – bei der Schulleitung, „denen unsere Arbeit offensichtlich sehr wichtig ist“ und den Instrumentallehrern „ohne deren hervorragende Ausbildung so etwas gar nicht möglich ist“, sondern auch und vor allem bei den Eltern, die das Engagement und die Leidenschaft und Leistung ihrer Kinder so vorbildlich unterstützen.

(abu)
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