Stolberg: Die Besten des Landes spielen in Stolberg vor

Stolberg: Die Besten des Landes spielen in Stolberg vor

Es ist nicht irgendein kleiner Wettbewerb, sondern eine richtig große Nummer, salopp formuliert: Ende September wird in der Kupferstadt die „3. offene Landesmeisterschaft der Spielleute” ausgetragen.

Die Ehre, die zweitägige Veranstaltung zu organisieren, obliegt dem Spielmannzug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg I.

800 bis 900 Teilnehmer

„Wir erwarten zwischen 800 und 900 Gäste”, sagt Rainer Peitsch, Leiter des Spielmannzugs voller Vorfreude. Dass die drei großen Verbände Nordrhein-Westfalens - das sind der Volksmusikerbund, der Landesmusikverband und Verband der Feuerwehren - ihnen die Aufgabe anvertrauen, darauf ist Peitsch schon ein bisschen stolz.

Der Wettbewerb ist nicht nur auf musikalischer Ebene spannend: Es werden Workshops angeboten, besonders an die Jugendlichen wurde hierbei gedacht. Geleitet werden die Workshops von Profimusikern wie dem Kinderliedermacher Volker Rosin. Der Förderung des Nachwuchses werde viel Wert beigemessen, betont Peitsch. Nun könnte man meinen, dass gerade Spielmannszüge ein Problem haben, Kinder und Jugendliche zu begeistern. Beim Besuch der Probe wird aber klar, dass zumindest der Stolberger Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr dieses Problem nicht hat.

Dass der Spielmannszug für Kinder und Jugendliche attraktiv, liegt sicherlich auch daran, dass das Musikrepertoire auch modernen Stücken Rechnung trägt.

Drei der Jugendlichen, die im Vereinsheim proben, fallen ins Auge: Sie tragen Uniform. Die Uniform haben sie nur deshalb angezogen, weil sie heute fotografiert werden, denn sie haben erfolgreich an einem Ausbildungslehrgang teilgenommen.

Der Lohn ihrer Mühe ist das „Silberne Musikleistungsabzeichen”, das ihnen den Status verleiht. Der 15-jährige Felix von Ameln ist Schlagzeuger, während Franciska Brück und Dilan Sahin, beide 19 Jahre jung, fortan im Flötenspiel unterrichten dürfen.

Ebenfalls erfolgreich am Lehrgang teilgenommen hat der 58 Jahre alte Schlagwerker Hans Brück. Für den Verein sind Mitglieder wie die vier ein Gewinn, denn sie tragen dazu bei, das musikalischen Niveau zu halten - und auch zu erhöhen.

Viel Arbeit im Vorfeld

Die Vorbereitungen für die Meisterschaft ist aufwendig und zeitintensiv. Nicht nur organisatorisch gibt es viel zu klären, auch die Vorbereitung auf den Wettbewerb fordert die Stolberger Spielleute.

„In unterschiedlichen Kategorien wird jeweils der NRW-Landesmeister NRW ausgespielt”, konstatiert Peitsch. Beispiel Flöten: Es gibt Instrumente mit und ohne Klappen, die in separaten Klassen bewertet werden. Was ist der Unterschied zwischen einer Flöte mit Klappe und ohne? „Die Flöten haben mehr Löcher und klingen darum auch anders”, erklärt Rainer Peitsch.

Antreten werde bei der offenen Landesmeisterschaft unter anderem „Gut Klang Erftstadt”, der amtierender Deutscher Meister. „Gut Klang” wird als eines der erfolgreichsten deutschen Flötenorchester gehandelt und wird alles daran setzen, seinen Titel zu verteidigen.

Bislang haben bereits 23 Vereine ihr Kommen zugesagt. Auch für Spielmannszüge, die nicht aus NRW kommen, ist der Wettbewerb attraktiv, mal ganz unabhängig vom Spaßfaktor. „Ein Spielmannszug, der aus einem anderen Bundesland kommt, kann zwar nicht NRW-Meister werden, aber die Punkte, die er in Stolberg sammelt, zählen für die Qualifikation der Bundesmeisterschaft in Chemnitz”, erklärt Peitsch.

54 Aktive im Spielmannszug

Der Zug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg I zählt aktuell 54 Aktive im Alter zwischen 6 und 72 Jahren. Der größte Erfolg des Vereins war bislang die Deutsche Vizemeisterschaft 2009 im Rahmen des Feuerwehrmusik-Wettbewerbs in Celle.

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