Stolberg: Die Altstadt wird zu einem „Polka Trail“

Stolberg : Die Altstadt wird zu einem „Polka Trail“

Wahrlich gute Laune verbreitet hat die Eschweiler Band „Forest Fay“ bei ihrem Konzert in der Musikkneipe „Piano“. Ihren eigenen, unverwechselbaren Stil nennt die Formation „Steam Folk“, und in der Stolberger Altstadt trafen Elemente aus Rock-, Pop- und Jazzmusik auf Traditionals und vor allem auf eins: Polka.

Im raschen und energiegeladenen Zweivierteltakt unterhielt „Forest Fay“ das Publikum glänzend und gewann bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in der Kupferstadt viele neue Freunde. Coversongs waren dabei keine zu hören, stattdessen begeisterte „Forest Fay“ mit einer gelungenen Mischung aus Eigenkompositionen und originellen Interpretationen.

Dominik Thomé am Schlagzeug und Stefan Schmidt am Bass beziehungsweise Mandocello sorgten für den Rhythmus, der ins Blut ging und die Tanzbeine unablässig wippen ließ. Gitarrist Daniel Weber und Frank Petersen am Akkordeon komplettierten virtuos die handgemachten Arrangements, und Sängerin Karin Hohner verlieh dem Quintett ansprechend Stimme.

Die Lieder aus der eigenen Feder von „Forest Fay“ kamen bei den Zuhörern gut an. Stücke wie „Polska“, „You should know“ oder das französische „L‘Amour d‘après“ überzeugten mit flottem Rhythmus und eingängigen Melodien. Sie machten ebenso viel Spaß wie das großartige „Running down the Polka Trail“ und der temperamentvolle „New Year Dance“, nach dem das Publikum schon früh am Abend „Zugabe“ forderte.

„Lüdy in Blück“

Bereits bei dem Titel „Polka Fire“ war klar, dass die Polka-Feier mit „Forest Fay“ Lust auf mehr machte, und das galt auch für die Interpretationen der engagiert aufspielenden Band. „Forest Fay“ intonierte George Gershwins „Summertime“ in einem fröhlich beschwingten Arrangement, erinnerte mit „Padam...Padam...“ an Edith Piaf. Aus Cole Porter wurde „Cole Polka“, als die Band „Ganz Paris träumt von der Liebe“ interpretierte.

Traditionals wie „Molly Ma­lone“ folgten auf die an Peter Ga­briel angelehnte „Solsbury Hill Polka“, und was als griechischer Sirtaki à la „Alexis Sorbas“ begann, mündete in dem „Sailor“-Evergreen „Glass of Champagne“. Mit mehr als nur einem Augenzwinkern stellten die Musiker eine „orientalisch“ angehauchte Version eines „Uriah Heep“-Klassikers vor, die sie konsequent „Lüdy in Blück“ getauft haben.

Stark Hand angelegt hatte „Forest Fay“ auch an drei Songs, die die Band als ein besonderes Polka-Medley präsentierte: „Somewhere over the Rainbow“ (Harold Arlen/Edgar Yip Harburg) aus den 1930er Jahren ging dem 1964 von Christian Bruhn und Georg Buschor geschriebenen Schlager „Liebeskummer lohnt sich nicht“ voran, der wiederum nahtlos in Paul Desmonds Jazz-Standard „Take Five“ aus dem Jahre 1959 überging.

Ob Nelly Furtados „I‘m like a Bird“ aus diesem Jahrtausend oder der 1968er-Chanson „Il est cinq Heures, Paris s‘éveille“ von Jacques Dutronc — „Forest Fay“ blieb zur Freude des Publikums im „Piano“ seiner Linie treu, interpretierte die Stücke als internationalen Folk, tanzte die Polka rund um die Welt und quer durch die Stile und Jahrzehnte der modernen Populärmusik und nahm die Gäste in der Altstadt mit auf einen stimmungsvollen „Polka Trail“.

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