Die Geschichte Werths: Der Ursprung bleibt wohl ein Geheimnis

Die Geschichte Werths : Der Ursprung bleibt wohl ein Geheimnis

Wann genau die Ortschaft Werth entstanden ist, kann heute keiner mehr genau sagen. Gerade entsteht ein Neubaugebiet.

Landwirtschaft hat in Werths Geschichte stets eine Rolle gespielt. Schließlich war der Ort von großen Weideflächen umgeben, die für die Milchwirtschaft geeignet waren.

Auf ehemaligem Weideland ist auch das Neubaugebiet am Luisenweg entstanden: Weideland, das zuvor unter anderem auch der an der oberen Dorfstraße liegende „Lindenhof“ für seine Milchwirtschaft genutzt hatte.

Demnach stammt ein Teil der Fläche, das seit rund zehn Jahren als Bauland genutzt wird, aus dem Besitztum des landwirtschaftlich genutzten Lindenhofes. Der Lindenhof hat schon in der Vorkriegszeit bestanden. Sein genaues Erstellungsdatum ist nicht bekannt. 1947 erfolgte ein Wiederaufbau zerstörter Bauteile. Denn der Lindenhof hatte ebenso wie die gesamte Ortschaft im Spätherbst 1944 im Frontgebiet gelegen und war infolge der Kampfhandlungen zwischen US-Amerikanischen und deutschen Truppen schwer beschädigt worden.

Der 2008 entstandene Luisenweg ist nach Luise Nießen, einer engagierten Werther Bürgerin benannt. Luise Nießen war sowohl Mitgründerin der Damenabteilung des damaligen FC Adler Werth wie der 2009 gegründeten Karnevalsgesellschaft Adler Werth und hatte die Ausweisung der ehemaligen Weideflächen in Nachbarschaft des Lindenhofes als Bauland jahrelang voran getrieben.

Der Ursprung der Ortschaft Werth, im 14. Jahrhundert als „Werde“ bezeichnet, ist unbekannt. Seit dem Mittelalter war Werth zwischen zwei Herrschaften geteilt: Der nördliche Teil gehörte zum Herzogtum Jülich, der südliche Teil zur Reichsabtei Kornelimünster.

Neu aufgeteilt wurde der Ort während der französischen Herrschaft: seit dem späten 18. Jahrhundert gehörte die nördliche Hälfte zu Hastenrath und der südliche Teil zur damals neu entstandenen Gemeinde Gressenich. Erst seit 1932 gehörte die gesamte Ortschaft zu Gressenich. Mit der Auflösung der Gemeinde Gressenich im Jahr 1972 erfolgte die Vereinigung mit Stolberg.

Ein eigenes katholisches Gotteshaus hat Werth seit 1918. Als Kirche diente der umgebaute Saal einer an der Ecke Dorf-/Mausbacher Straße liegenden Gaststätte. 1948 entstand an gleicher Stelle das heutige Gotteshaus. Eine Schule erhielt Werth im Jahr 1890: Längst stillgelegt, dient das Gebäude heute als Bürgerhaus und soll demnächst den modernen Anforderungen entsprechend umgebaut und erweitert werden. Den Kern von Werth bildete ein freiadeliges Lehnsgut, als dessen Besitzer um 1600 Gotthard und Maria von Werth genannt werden. Als Standort dieses Anwesens wird die Bebauung zwischen Wehrstraße und Am Kaltenborn vermutet. Allerdings steht eine genaue bauhistorische Untersuchung dieses Bereiches, der von der Werther Bevölkerung als „Die Burg“bezeichnet wird, noch aus.

Zuwachs erhält das Neubaugebiet rund um die Luisenstraße – ein Fußweg führt im unteren Bereich bis zur Mausbacher Straße – derzeit an der Dorfstraße. Dort ist die Erstellung weiterer Bauten geplant.

(doe)