Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein besucht das „altrömische Köln“

„Die Römer“ treffen „Eau de Cologne“ : Der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein besucht das „altrömische Köln“

In diesen Tagen lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein zu einer Zeitreise in die Gründerjahre der ersten römischen Stadtsiedlung in Köln ein. Auf den Spuren der Römer entdeckten die 31 Teilnehmer ausgegrabene und konservierte Teile der „Colonia Claudia Ara Agrippinensum (CCAA)“.

In der heutigen Zeit findet man bei Bauarbeiten in der Altstadt häufig Reste der römischen Stadtmauer mit ihren Wachtürmen und Stadtvillen. Da die Bevölkerung sehr schnell auf 20.000 Einwohner anwuchs und die Römer mit einem ausgeklügelten Rohrsystem ihr Abwasser in den Rhein leiteten, versorgten sie sich mit Frischwasser aus der Eifel. Mit den gemauerten Aquädukten überwanden sie mit natürlichem Gefälle die Zulaufentfernung bis zu 130 Kilometer.

Bei dem geführten Altstadtrundgang beeindruckte besonders das Fragment eines römischen Stadttores, welches die Größe des Original-Stadttores mit circa 18 Meter Höhe erahnen lässt. Zwei der sich anschließenden römischen Hauptverkehrsachsen, sind die heutige Einkaufsmeilen, Hohe Straße und Schildergasse. Weitere konservierte Ausgrabungen fanden sich im „unterirdischen Köln“, da die römische Straßenebene etwa 5 bis 6 Meter unter dem heutigen Straßenniveau liegt.

Gezielt steuerte der Stadtführer Fragmente der gemauerten römischen Abwasserleitung und der Frischwasserleitung an. Durch die lebendigen Erläuterungen wurde den Teilnehmern ein nachhaltiger Eindruck von römischer Ingenieurskunst vermittelt.

Zweiter Exkursionspunkt war am Nachmittag das „Geburtshaus des Eau de Cologne“, das Duftmuseum im Haus Farina. Der Parfümeur Johann Maria Farina benannte 1709 den berühmten Duft nach seinem Wohnort: Eau de Cologne. Dies begründete den Erfolg der Parfum-Dynastie Farina.

Weil es im 18. Jahrhundert gab es keine Patentrechte gab entstanden viele Nachahmerprodukte des Parfums, darunter auch 4711. Kunstbezogene Artefakte, Fotos und Möbel zeugen von den weltweiten Verbindungen zur Parfum-Dynastie der Farina. Im Museum konnten die Teilnehmer im Rahmen der Führung verschiedene Essenzen riechen. Detaillierte Beschreibungen von der Extraktion der Essenzen bis hin zur Entwicklung von Parfums aus Blumen vermittelten das unbestreitbare Talent des Parfumeurs.

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