Stolberg: Der grüne Strom kommt bald vom Flachdach

Stolberg: Der grüne Strom kommt bald vom Flachdach

Eigentlich sind sie für dieses Jahr schon ein bisschen spät dran. Denn glaubt man den Meteorologen, dann war das vergangene Wochenende zugleich auch das letzte dieses Sommer, die Sonne wird langsam an Kraft verlieren.

Und doch sind die Vertreter von Stadt und EWV guter Dinge beim Ortstermin auf dem Dach der Realschule I, das zwar einen netten Blick auf die Kupferstadt gewährt, als Aussichtspunkt aber weniger taugt. Stattdessen entsteht hier auf der Liester in wenigen Wochen Stolbergs erste Photovoltaikanlage auf einem öffentlichen Dach.

„Wir hätten das gerne schon im April errichtet”, sagt der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt, Josef Braun, mit Blick auf die zu Ende gehenden Sommermonate mit ihren vielen Sonnenstunden. Da es aber bei Solarmodulen schon Lieferengpässe gebe, kann erst in Kürze mit dem Aufbau begonnen werden.

104 Module sollen auf dem Dach des Erweiterungsbaus der Realschule entstehen - der Altbau kommt trotz Flachbauweise nicht nicht in Frage, weil er für das Gewicht einer solchen Anlage nicht ausgelegt ist. In einem Neigungswinkel von 30 Grad werden die Module, die eine Gesamtfläche von knapp 171 m2 haben, zur Sonne hin ausgerichtet - in mehreren Reihen versetzt, damit sie keine Schatten aufeinander werfen.

Mit der Nutzung der Schuldachfläche setzen Stadt und EWV einen politischen Beschluss um. Die Absicht, städtische Dachflächen für die Solarstromerzeugung zu verpachten, steht im Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen und wurde untermauert durch die Ratsentscheidung vom 18. Mai, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für Photovoltaikanlagen durchführen zu lassen, was der Energieversorger EWV unentgeltlich übernommen hat.

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