Stolberg: Der Anschluss Breinigs an die Euregiobahn rückt näher

Stolberg: Der Anschluss Breinigs an die Euregiobahn rückt näher

Während der kommenden Wochen werden die Bahnübergänge in Breinig zu Bausstellen, die Fahrspuren halbseitig gesperrt und der Verkehr mit Ampeln geregelt. Betroffen sind die Übergänge in der Stockemer Straße und „Im Steg“ vom 17. bis 31. März sowie „Auf der Heide“ vom 31. März bis zum 14. April. „Die Arbeiten dienen erst einmal lediglich zur Verkehrssicherung der Fahrbahnen“, erklärte Thomas Fürpeil auf Anfrage.

Ersten Hoffnungen, sie würden bereits im Vorgriff auf eine Reaktivierung der Bahnstrecke für die Euregiobahn zwischen Altstadt und Breinig sowie weiter bis Walheim erfolgen, musste der Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) noch eine Absage erteilen.

Dabei hatte Fürpeil und sein Kollege Christian Hartrampf jüngst frohe Kunde für einen Anschluss Breinigs und Baesweilers an die Euregiobahn erhalten. Bei einem Arbeitsbesuch in der EVS-Zentrale im Stolberger Hauptbahnhof signalisierte Enak Ferlemann die Rückendeckung der Bundesregierung für die Erweiterung der Euregiobahn. „Unsere Unterstützung haben sie“, zitieren Christian Hartrampf und Thomas Fürpeil den Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, der gemeinsam mit dem Abgeordneten Helmut Brandt (CDU) sich auch über die noch ausstehenden Elektrifizierung der Euregiobahn-Strecken abseits der Hauptgleise der Deutschen Bahn informierte. Ebenfalls in diesem Punkt stellte sich Ferlemann hinter die Vorhaben der EVS.

Die Aussagen des Parlamentarischen Staatssekretärs wiegen deshalb schwer, weil letztlich der Bund zur Finanzierung der Projekte erheblich beitragen muss. Rein formal gesehen muss der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) bei der Landesregierung den Einstieg in die Projekte beantragen, bei seiner Zustimmung wendet sich das Land wiederum an Berlin.

Mit einer Reihe von informellen und informativen Gesprächsrunden mit Vertretern der Landes- wie auch der Bundesregierung bereiten EVS und NVR die Zuschussanträge und Genehmigungsverfahren seit längerem vor. So wurde vor einigen Monaten bereits NRW-Staatssekretär Günter Adler und Minister Michael Groschek für die Projekte begeistert, die auch den Bau des Parkhauses am Hauptbahnhof durch die Stadt sowie des „Skywalk“ genannten barrierefreien Übergangs zum Mittelgleis durch die Deutsche Bahn umfassen.

Für einen Ringschluss der Euregiobahn zwischen Alsdorf und Stolberg sowie die Elektrifizierung der Strecke nannte Helmut Brandt nun das Jahr 2016. Dann soll auch mit dem Bau des „Skywalk“ und der Sanierung des Mittelbahnsteigs durch die DB begonnen werden.

Für die EVS-Projekte lägen mittlerweile die erforderliche standardisierte Bewertung vor. Ihre Ergebnisse bescheinigten einen höheren Nutzen als Kostenaufwand, erläuterte Fürpeil. Mit dem Vorlegen weiterer Gutachten werde nun der NVR gefordert, die erforderlichen Anträge zu stellen. Mit einer Elektrifizierung der Strecke rückt auch ein Anschluss Breinigs an die Euregiobahn ein Stück näher.

(-jül-)
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