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Stolberg: Der älteren Generation Gefühl der Sicherheit geben

Stolberg : Der älteren Generation Gefühl der Sicherheit geben

Der Glaube an das Gute in der Gesellschaft sollte nie verloren gehen. Doch was ist, wenn das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse ins Schwanken gerät und sich plötzlich ein anderes Bild zeigt?

Körperliche Gewaltanwendungen, Überfälle, Einbrüche... Die Liste der Straftaten ist lang, und nicht jeder weiß, wie man diesen am besten vorbeugen kann.

Gerade ältere Menschen haben häufig das Gefühl, in gewissen Situationen Opfer eines Verbrechens werden zu können. Da diese Ängste von der Polizei sehr ernst genommen werden, entstand Ende 2006 das Vorhaben, ehrenamtliche Berater als Multiplikatoren für Senioren auszubilden. Doch nur wenige Bürger wagen den Schritt sich zu informieren. „Viele wissen gar nicht, wie unsicher sie eigentlich leben, indem sie zum Beispiel ihre Haustüre nicht richtig verschließen”, sagt der ehrenamtliche Seniorenberater Günter Poick. Für Straftäter also ein leichtes Spiel.

Im Senioren-Infocenter fand in dieser Woche eine Veranstaltung zur Kriminalprävention speziell für Senioren statt. „Die Stadt schaut immer was sie leisten kann, um präventives Denken zu fördern. Wir interessieren uns für das, was von den Menschen gefragt wird und schaffen so unsere Angebote” erläutert Paul Schäfermeier, der Seniorenbeauftragte der Stadt Stolberg.

Eine der teilnehmenden Seniorinnen war Maria Raschen. „Aus der Zeitung erfuhr ich die Nachricht, dass ich mich hier beraten lassen kann,” sagte die Siebzigjährige, die ein wichtiges Gespräch erwartete.

Themen zur Sicherheit in der Wohnung, im Straßenverkehr und im Alltag bildeten die Schwerpunkte. Günter Poick bemühte sich die wesentlichen Aspekte zur Sicherheit zu vermitteln, da diese im Ernstfall sehr hilfreich sein können. „Wenn Sie im Alltag unterwegs sind, tragen Sie ihre Wertgegenstände immer nah am Körper, am besten vor dem Bauch, damit potenzielle Täter erst gar nicht die Möglichkeit haben sie auszurauben.”

Auch die verbreiteten Maschen, mit denen Betrüger am Telefon oder bei Kaffeefahrten locken, waren Teil des Gesprächs, wie zum Beispiel der Enkeltrick. „Es gibt Leute, die rufen bei Ihnen an und geben sich als Ihre vermeintlichen Enkel aus, sie sagen, dass sie in Geldnöten sind, um an ihr Geld zu kommen.” Solchen Dingen darf man keinen Glauben schenken. Ebenso Kaffeefahrten: „Generell kann man diese ja machen, aber man sollte sich zu nichts zwingen lassen und auf gar keinen Fall etwas kaufen”, beteuerte Poick. Auch Maria Raschen war zufrieden: „Hier zu sein, war für mich sehr aufschlussreich und die Informationen haben mir wirklich weiter geholfen.”

Das ehrenamtliche Tun der insgesamt 18 Berater aus der Städteregion trägt also Früchte, Günter Poick denkt aber schon weiter: „Unser Ziel ist es auch weitere Generationen zu erreichen, denn nur mit der Unterstützung von Enkeln und den eigenen Kindern hat die ältere Generation eine Chance sich zu schützen. Alle müssen mit einbezogen werden, um Prävention leisten zu können”, animierte der Seniorenberater zum Ende der Beratung.