Stolberg: Das Kopf-an-Kopf-Rennen der A-Ligisten

Stolberg: Das Kopf-an-Kopf-Rennen der A-Ligisten

In der letzten Saison lieferten sich zwei Stolberger Clubs ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den inoffiziellen Titel des besten A-Ligisten der Stadt. Am Ende schaffte es die SG Stolberg vor dem TSV Donnerberg ins Ziel — hauchdünn. Größere Sorgen plagten dagegen den FC Stolberg nach einem wahren Horrorstart.

Doch nach erfolgreichem Trainerwechsel glückte die Kehrtwende noch rechtzeitig. Und in dieser Saison?

In dieser Saison gibt es wieder mehr Lokalduelle in der Kreisliga A. Foto: Lukas Franzen

Unterschiedliche Erwartungen

Mit Aufsteiger SV Breinig II ist die Stolberger Fußballfamilie um einen weiteren A-Ligisten reicher. Statt ehemals drei gehen beim Liga-Auftakt am Sonntag vier Stolberger Clubs an den Start — und dies mit ganz unterschiedlichen Erwartungshaltungen. Unmissverständlich ist das Saisonziel beim Liganeuling aus Breinig formuliert: „Einfach nicht absteigen“, sagt Chefcoach Daniel Greve, der die Mannschaft nach dem Rückzug des Aufstiegstrainers Frank Küchen in der Sommerpause übernahm.

Greve leitete zuvor sechs Jahre die Geschicke von Preußen Hastenrath. In seiner ersten Saison beim SV Breinig kann Greve auf einen breiten Kader von rund 20 Spielern bauen, der mit drei Akteuren verstärkt wurde. „Die Trainingsbeteiligung ist gut. Alle ziehen mit“, zeigt sich der Trainer kurz vor Saisonstart zufrieden. Sorgen bereiteten Greve in den vergangenen Wochen jedoch die vielen wetterbedingten Trainingsausfälle, so dass er mit gemischten Gefühlen auf die Vorbereitung zurückblickt.

Kein Liga-Neuling mehr ist dagegen der TSV Donnerberg. Dem Aufsteiger der letzten Saison, dem nach seinem Durchmarsch von der Kreisliga C bis in die Kreisliga A auf Anhieb der Sprung ins obere Tabellendrittel gelang, baut in der neuen Spielzeit weiterhin auf das Spielertrainer-Team Daniel Hoven und Torsten Hansen. Kann der TSV an den fünften Platz der Vorsaison anknüpfen oder bleibt auch dem Club vom Sender die schwere zweite Saison nach dem Aufstieg nicht erspart?

„Wir sind realistisch. Mit einem Mittelfeldplatz wären wir schon zufrieden“, sagt Torsten Hansen, dem vor allem die Abgänge seiner Offensivkräfte Sorgen bereiten. Sein Bruder Jens Hansen, der weit über 20 Tore für den TSV erzielte und ebenso viele vorbereitete, wechselte in der Sommerpause zu Bezirksligist Verlautenheide. „So jemand ist einfach nicht zu ersetzen“, ist Bruder Torsten überzeugt. Auch der Weggang von Manuel Hannes und die Langzeitverletzung von René Thomsen wiegen schwer.

„Da fehlen uns locker 50 Tore“, rechnet Hansen vor. Mit vier Trainingseinheiten und fünf Neuzugängen versuchte das Duo Hansen-Hoven den empfindlichen Aderlass in der Vorbereitung zu kompensieren. Ein gutes Zeichen zum Saisonstart: „Am Sonntag gegen Weiden können wir mit der Top-Elf antreten“, gibt sich Hansen optimistisch, der die SG Stolberg als Aufstiegsfavoriten ausgemacht haben will.

Diese schaffte es vor drei Monaten, aufgrund der besseren Tordifferenz noch vom dem TSV über die Zielgerade. Und auch dieses Mal peilt der Tabellenvierte der Vorsaison das obere Tabellendrittel an. „Der Aufstieg ist aber nicht unser erklärtes Ziel“, sagt SG-Vorsitzender Axel Wirtz, der sich stellvertretend für den im Urlaub weilenden Trainer Uwe Daun zu den Saisonerwartungen äußert. Mittelfristig sei der Aufstieg in die Bezirksliga aber durchaus ein Ziel.

„Mit dem Verlauf der Vorbereitung sind wir sehr zufrieden“, so Wirtz. Unter anderem hatte sich der Fusionsclub in der Sommerpause den Stadtmeistertitel gesichert. „Wir haben eine eingeschworene Truppe, die gezielt ergänzt worden ist. Nach schwierigen Jahren haben wir uns deutlich stabilisiert“, blickt der Vorsitzende zuversichtlich der kommenden Spielzeit entgegen, die gleich mit einem Stadtderby gegen den FC Stolberg am Sonntag beginnt. „Der FC ist schwierig einzuschätzen. Ich denke aber, dass beim ersten Heimspiel der Saison drei Punkte drin sein sollten“, so Wirtz.

Beim Stadtrivalen und Auftaktgegner FC Stolberg sind die Saisonziele dagegen wesentlich bescheidener formuliert. „Mit einem gesicherten Mittelfeldplatz wären wir schon zufrieden“, erklärt FC-Trainer Holger Peters, der sich erneute mit einem größeren Umbruch in seinem Kader konfrontiert sieht. Einige Spieler hätten den FC in der Sommerpause „in sämtliche Himmelsrichtungen“ verlassen.

Und auch die Vorbereitung sei „ganz schlecht“ verlaufen, was Peters vor allem mit dem urlaubs- und verletzungsbedingten Fehlen von bis zu neun Spielern begründet. Auch am ersten Spieltag werde sein Kader noch nicht vollzählig sein, bremst Peters die Erwartungen vor dem Lokalderby. „Wir gehen als krasser Außenseiter in das erste Spiel.“ Die SG sei eine „Top-Mannschaft“, die gemeinsam mit dem FC Roetgen zu den Favoriten zähle. Bis sich sein eigenes Team gefunden habe, gelte es bescheiden zu bleiben. Peters Motto bis dahin: „Nerven behalten. Ruhe bewahren.“