Stolberg: Das ist die EU aus der Sicht der Rumänen

Stolberg : Das ist die EU aus der Sicht der Rumänen

Deutschland, Rumänien, Italien und Spanien: Ein Schulprojekt im Rahmen des Erasmus-Programms soll die Schüler dieser vier EU-Staat zusammenbringen. dabei lernen die Schüler die unterschiedlichen Mentalitäten der Menschen in den Ländern kennen. Insgesamt zwei Jahre dauert das EU-finanzierte Projekt, bei dem jedes Land von Schülern der jeweils anderen Ländern besucht wird.

Im Vordergrund steht die Frage: Was ist den Schülern für die EU wichtig? Die Schüler des Stolberger Goethe Gymnasiums haben viele Ideen entwickelt, wie sie sich die EU in Zukunft vorstellen. Nachdem es im vergangenen Jahr schon nach Italien, und Anfang diesen Jahres nach Spanien ging, stand für sechs Schüler der achten Stufe des nun die Reise nach Rumänien an.

Damit möglichst viele Schüler an dem Projekt teilnehmen können, nehmen jedes Mal andere Schüler an den Reisen teil. Die rumänische Partnerschule gab sich bei der Planung und Vorbereitung für die internationalen Schüler sehr viel Mühe, wie die teilnehmenden Schüler Adrian, Annika, Gianna, Pauline und Pia berichten. Auch Lehrerin Natalie Pannekamp und Lehrer Dennis Mager waren davon begeistert.

In der Zeit in Rumänien gab es für die Schüler verschiedene Ausflüge und Aufgaben. Hauptaufgabe der Reise war es, Videos und Interviews zu drehen, in denen die Vorzüge der EU dargestellt werden. Kernthemen dabei waren vor allem die Reisefreiheit und die historische Leistung, dass es im Europa der EU seit 70 Jahren keinen Krieg mehr gegeben hat.

Die Aufgaben mussten in gemischten Teams der Länder gelöst werden. Umgangssprache war Englisch. Um das Eis zu brechen, wurden am ersten Tag Kennenlernspiele in gemischten Teams gespielt. „Am Anfang war es schwierig aufeinander zuzugehen, aber nachdem man sich einmal kennengelernt hat, war es kein Problem mehr, sich auf Englisch zu verständigen“, erzählt Annika.

Goldmine in Rumänien

Ein Ausflug, der den Schülern des Goethe-Gymnasiums besonders gut gefiel, war der zu einer alten Goldmine in Rumänien. Sie ist eine der ältesten Goldminen und wurde erst 2006 stillgelegt. Außerdem hatten die Schüler die Möglichkeit, Sightseeing zu betreiben und besuchten eine Burg sowie einige Kirchen.

Was den Schülern besonders auffiel, war der Unterschied zwischen Stadt und Land. In der Stadt sei es aufgrund des hohen Straßenverkehrs sehr laut gewesen und es waren viele große Wohnhäuser zu sehen, wohingegen auf dem Land größtenteils Hütten und Bauernhöfe vorzufinden waren. Der wirtschaftliche Unterschied zwischen Stadt- und Landregionen ist in Rumänien deutlich stärker ausgeprägt als in Deutschland. Dies bestätigte, was die Schüler im Vorfeld schon in dem Fach europäische Wirtschaftskunde, an welches das Projekt angebunden ist, erarbeitet hatten.

Gerade diese Unterschiede machten die reise reizvoll. „Es war sehr schön und wir hatten viel Spaß, aber es ist schon deutlich anders als hier“, erzählt Annika. Ein großer Unterschied in der Mentalität war der Umgang zwischen Lehrern und Schülern. In Rumänien setzen die Lehrer deutlich mehr auf Strenge und Kontrolle, wie Dennis Mager erzählt. Auch die deutschen Schüler empfanden es als gewöhnungsbedürftig, dass die Lehrer in Rumänien eine größere institutionelle Autorität haben.

Verschiedene Umgangsweisen

Die Italiener und Spanier dagegen seien sehr viel lockerer im Umgang miteinander gewesen. „Schüler und Lehrer gehen dort zwar auch respektvoll, aber sehr viel herzlicher miteinander um“, erzählt Natalie Pannekamp. Das Kennenlernen der verschiedenen Umgangsweisen sieht sie als positiv: „So werden verschiedene Perspektiven und Blickwinkel geboten. Man selbst ist ja manchmal in den eigenen Ansichten festgefahren, und so sieht man, dass es eben auch anders geht.“

Für Bernd Decker, Schulleiter des Goethe-Gymnasiums, ist dieses Projekt nicht nur deswegen von besonderer Bedeutung: „Wir sind eine Europa-Schule und es ist uns wichtig, den europäischen Gedanken an die Schüler weiterzuleiten.“ Für die Schüler war es ebenfalls eine Erfahrung, die anderen internationalen Schüler kennenzulernen. „Man trifft Leute, die man sonst nicht treffen würde und man sieht, wie es in anderen Ländern so in der Schule zugeht“, berichtet Annika.

Zu einigen Schülern der anderen Länder besteht auch weiterhin Kontakt. Das geschieht entweder über WhatsApp oder auch über eTwinning beziehungsweise Twin-Space. Dies sind Seiten der EU, die den Schülern schon im Vorfeld ermöglichen, sich kennenzulernen und Material auszutauschen. Das Goethe-Gymnasium wird dann abschließend im April oder Mai kommenden Jahres von den drei anderen Ländern besucht.

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