Gewerbegebiet Camp Astrid: Das Filetstück wird zur Müllhalde

Gewerbegebiet Camp Astrid : Das Filetstück wird zur Müllhalde

Es ist ein ruhiger Fleck, das Filetstück von Camp Astrid. Dieser Teil des Gewerbegebietes, direkt gelegen an der Bahnlinie zwischen Lüttich und Köln, ist reserviert für die weitere Entwicklung des Umfeldes des Stolberger Hauptbahnhofes zum Euregio-Railport. Doch das einzige, was in diesen Wochen auf den rund vier Hektar logistisch umgeschlagen wird, sind Bäume und wilder Müll.

Der Flecken, wo einst im Camp das belgische Militär von der Schiene auf die Straße Waffen und Güter umgeschlagen hat, ist so abgesehen von vorbei brausenden Zügen so ruhig, dass Biber im angrenzenden Saubach unterhalb der Vegla-Polder in aller Ruhe selbst die dicksten Bäume fällen können, die krachend in der Umzäunung der Altlast gelandet und mittlerweile vertrocknet sind.

Aber nicht nur Biber können ungestört ihren naturgegebenen Trieben nachgehen, sondern zunehmend wird das Filetstück zu einem Ziel von „Ferkeln“. Während der junge Nachwuchs von Schweinen mit dem zu unrecht negativ besetzten Attribut bedacht wird, gebührt er eher den Mitmenschen, die ihrem illegalen Treiben mit wilden Müll dort nachkommen. In letzter Zeit haben solche wieder ausgiebig zugeschlagen.

Das schwere Eisengittertor an der Zufahrt zur Steinbachstraße hin ist schon lange demoliert und aus den Angeln gehoben. Aktuell ziert es ein kleiner Berg aus Mineralwolle. Dahinter ist schon von der Straße aus eine ausgiebige Sitzecke mit mehreren Couch-Garnituren, einem Stapel aus Altreifen, Schaumstoffen, Edelstahl-Abfalleimer und einem Berg blauer Säcke auszumachen.

Müllhaufen allerorten auf dem Filetstück des Gewerbegebietes Camp Astrid. Foto: Jürgen Lange

An der nächsten Engstelle sollten eigentlich Lego-Bausteine aus Beton die weitere Zufahrt unterbinden. Sie sind beiseite geschoben. Bequem können Lastfahrzeuge passieren und ihre Ladung auf dem Gelände verteilen. Davon wurde reichhaltig Gebrauch gemacht. „Müll nicht rum“ ist auf orangefarbenen Abfallsäcken zu erkennen, die hinter dem nächsten Busch aufgetürmt sind, flankiert von einem weiteren Stapel Altreifen und allerlei Unrat.

Ein paar Meter weiter grüßt der „Blaue Engel“ auf Abfalltüten, die an dieser Stelle wenig Umweltschutz versprechen. Auch die Aufschrift „Angelcare“ auf einem Karton hat hier wohl wenig mit dem Schutz im Kinderzimmer zu tun. Vielmehr ist er nur eines von vielen Utensilien, die sich zwischen Bauschutt aus Holz und Plastik ausmachen lassen.

Müllhaufen allerorten auf dem Filetstück des Gewerbegebietes Camp Astrid. Foto: Jürgen Lange

Gegenüber einer vermutlich gestatteten Zwischenlagerung von Bodenaushub findet sich gar ein Müllhaufen mit einer Eiscreme-Kühltruhe und einer defekten Waschmaschine, Eimern für Lebensmitteln, Gartenmöbeln und blauen Säcken. Solche verteilen sich auch anderenorts über das Gelände – mehrfach in Gesellschaft von ausrangierten Sitzgarnituren.

(-jül-)
Mehr von Aachener Nachrichten