Das „Docfest on Tour“ in Stolberg bringt zwei mitreißende Filme mit

Geschichten über Tod und Stille : Das „Docfest on Tour“ bringt zwei mitreißende Hospiz-Filme mit

Tod? Kein schönes Thema. Niemand denkt gerne über sein Lebensende nach. Für Teile unserer Gesellschaft lässt sich der Tod jedoch nicht so einfach ausblenden und in eine staubige Ecke des Gedächtnisses stellen, die sich später einmal vorgenommen wird. Für Todkranke und Sterbende ist das Lebensende etwas ganz Präsentes.

Im Rahmen des niederländischen Filmfestivals „Docfest on Tour“ werden nun zwei Filme präsentiert, die sich intensiv mit dem Thema Tod und insbesondere dem Leben im Hospiz auseinandersetzen. Am Donnerstag, den 16. Mai, haben die beiden Filme ihre Premiere – im Stolberger Kulturzentrum Frankental.

Das euregionale „Docfest on Tour“ zeigt Dokumentationen an außergewöhnlichen Orten und zu besonderen Themen – dieses Mal in Kooperation mit der Hospizstiftung Region Aachen. Beim ersten Dokumentarfilm handelt es sich um den Kurzfilm „Träume habe ich viele“ des Regieduos Miriam Pucitta und Michael Chauvistré. Die Doku begleitet einen jungen Mann aus Kamerun bei seiner Ausbildung zum Krankenpfleger in Würselen. „Es geht um seinen Blickwinkel auf den Umgang mit Sterbenden“, erklärt Chauvistré.

„Vor der Stille“, der zweite Film, ist in den Niederlanden seit einigen Jahren bereits sehr erfolgreich und darf nun auch in Deutschland Premiere feiern. „Vor der Stille“ geht der Frage auf den Grund, was in Menschen vorgeht, die sterben. „Diese letzte Phase des Lebens“, unterstreicht Regisseur Richard Dols, „ist eine sehr intensive, eine sehr bewusste Phase.“ Das weiß auch Simon Kluge, Mitarbeiter des Hospizes am Iterbach. In Bezug auf die Zeit im Hospiz sagt er: „Das Ziel ist nicht zu sterben, sondern bis zum Tod gut zu leben.“ Für die Hospizgäste drehe sich lange nicht alles um den Tod, betont Dols. Seine Doku beleuchte sieben Lebensenden und damit sieben einzigartige, bewegende Menschen. Es gehe um Ängste, um Versöhnung und Loslassen.

Der Film soll aber auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten niederländischer und deutscher Hospize aufzeigen. „Auch wenn die Region Aachen deutscher Vorreiter ist – die Niederländer sind uns weit voraus“, sagt Veronika Schönhofer-Nellessen, Vorstandsmitglied der Hospizstiftung Region Aachen. Sie wird sich im an die Filmpremiere angeschlossenen Filmgespräch mit Dols über dessen Doku, das Thema Tod und den Ort des Hospizes unterhalten. Der Fokus des Abends liegt anders als der Fokus der Filme nicht nur auf Menschen und deren Kontakt und Umgang mit dem Tod. Das Docfest in Stolberg will ebenfalls auf die Hospizarbeit selbst und die Besonderheit dieser Einrichtungen aufmerksam machen.