Stolberg: Cobra 4 übernimmt ab Neujahr: Neue Technik bei der Stolberger Feuerwehr

Stolberg : Cobra 4 übernimmt ab Neujahr: Neue Technik bei der Stolberger Feuerwehr

Klar, dass Stolbergs Feuerwehrchef auch in diesem Fall auf Nummer sicher gehen möchte. „Die Silvesternacht wollen wir noch mit unserer alten Anlage abarbeiten“, sagt Andreas Dovern. Im neuen Jahr soll‘s dann auch auf der Feuer- und Rettungswache an der Kesselschmiede heißen. „Cobra 4, bitte übernehmen sie ...“

Nicht nur an Fahrzeugen und Ausstattung hat in vergangenen Jahren der Zahn der Zeit genagt, sondern auch an der Technik. Und hier insbesondere auf der Leitstelle, die zuletzt im Jahr 2003 ein Update von Hard- und Softeware erhielt. Cobra 3 nannte sich das damals. Als jüngste Neuerung wurde ein E-Call-Modul ergänzt, das automatisch aus Fahrzeugen abgesendete Notrufe zur Bearbeitung anzeigt.

Bildschirme und Telefone in der Leitstelle sind zwar jüngeren Datums, aber die „inneren Werte“ der Technik unter dem Tisch stammen noch aus dem Jahre 2003 (kl. Bild). Foto: J. Lange

Aber heute ist „die bestehende Hardware von C 3 leistungsmäßig ausgereizt“, sagt Tim Grüttemeier. Dabei spielt dieses Leitsystem eine entscheidende Rolle nicht nur innerhalb der Kupferstadt, sondern auch in der Kommunikation auf städteregionaler Ebene und darüber hinaus, so der Bürgermeister. Deshalb soll auf seiner morgigen Sitzung der Vergabeausschuss die Beschaffung einer neuen Technik beauftragen: eben die Hard- und Software für das Einsatzleitsytem Cobra 4.

Als Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz geht Dovern ins Detail: Kernaufgabe der Stolberger Einsatzzentrale ist „die Annahme und Bearbeitung von Hilfeersuchen des Bürgers in Form von Notrufen sowie die Disposition und Leitung von Einsätzen“. Zudem werden die Stäbe für außergewöhnliche Einsätze — in Volkes Mund Krisenstäbe — durch die Stolberger Einsatzzentrale als Führungsmittel unterstützt. Zudem ist aber auf gesetzlicher Basis die gemeinsame Leitstelle der Städteregion der Stolberger Einsatzzentrale übergeordnet.

Da die Städteregion bereits Cobra 4 nutzt, bedeutet das in der Konsequenz für Stolberg, seine Technik zeitgemäß nachzurüsten. Denn der Landesgesetzgeber verpflichte die Kupferstadt, „ihr Einsatzleitsystem mit dem der Leitstelle der Städteregion zu koppeln, um eine zeitgleiche Kenntnis über die eingehenden Notrufe, deren Abfrage und die örtliche wie qualitative Verfügbarkeit von Einsatzmitteln und Einsatzpersonal zu gewährleisten“, erläutert Dovern.

Aber Cobra 3 ist nicht nur veraltet, sondern „für den Betrieb von Cobra 4 nicht geeignet“. Hinzukomme, dass für die moderne Technik eine andere Infrastruktur aufgebaut werden müsse, um die Einsatzzentrale der Feuerwehr den Anforderungen entsprechend leistungsfähig zu gestalten. „Dies wird bereits seit 2011 zwischen Rat und Verwaltung sowie Städteregion und der Aachener Berufsfeuerwehr als Betreiber der Leitstelle so kommuniziert“, so merkt der Amtsleiter an, „und zur Bedingung gemacht“.

Feinheiten bereits in Arbeit

Im Keller der Stolberger Einsatzzentrale sind die Vorbereitungen — natürlich vorbehaltlich der politischen Entscheidung über die Beschaffung — schon längst angelaufen. Im kühlen Serverraum stehen die Regale für die neue Hardware bereits parat. Und in seinem benachbarten kleinen technischen Leitstand, ist Markus Löbbecke bereits dabei, die Stolberger Details und Feinheiten für die neue Leittechnik bis ins Kleinste vorzubereiten. „Das ist wie mit einem neu gekauften Kleiderschrank“, sagt Andreas Dovern und schmunzelt. „Wenn er aufgebaut ist, muss man ihn schon selbst einräumen.“

Und — um im Bild zu bleiben — bis man dann auch weiß, wo alles griffbereit liegt, wenn man es braucht, wenn morgen die neue Technik bestellt werden und erst in einigen Wochen geliefert werden kann, vergeht halt seine Zeit. Bis dahin vertrauen die Stolberger auf Altbewährtes, um im neuen Jahr fast wie im Film das Kommando geben zu können: „Cobra 4, übernehmen sie ...“

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