Stolberg: Christian Altena verfasst Stolberger Gästeführer

Stolberg: Christian Altena verfasst Stolberger Gästeführer

„Hohes Schloss, mit deinen weiten Zinnen, aufgetürmt auf zackigem Gestein...“: Mit den Versen eines Gedichts von 1847 begann die Vorstellung von Stolbergs erstem Gästeführer in Buchform. Längst ist Christian Altena in Sachen Burg als Experte bekannt.

Deshalb hatte der 34-jährige Bauhistoriker die Vorstellung seines Erstlingswerks „Rundgang durch Burg Stolberg“ nicht als klassische Buchlesung, sondern als unterhaltsamen Vortrag gestaltet.

Dazu streute er Gedichte und Anekdoten aus seinem Buch ein, die den Zuhörern reichlich Anlass zum Schmunzeln, Lachen und Staunen gaben. In den Mittelpunkt seiner Vorstellung der Historie der Burg hatte Altena die Frage gestellt: „Was ist typisch, was ist besonders an der 900-jährigen Burg-Geschichte?“ Der Autor hatte den Rittersaal als Veranstaltungsort gewählt und erklärte anhand seiner Architektur die historische Entwicklung. „Der Raum war zum Ende des Mittelalters wahrscheinlich zweigeteilt: in einen öffentlichen Saal und in ein privates Herrengemach. Im Barock gab es dann eine standesgemäße Stuckdekoration. Unter Moritz Kraus waren hier sogar drei Räume, wovon der mittlere das Treppenhaus ins Obergeschoss aufnahm. Dort befindet sich heute die Galerie“, erläuterte der Historiker.

Farbfotos und Zeichnungen

Unterstützt wurde er bei der Präsentation durch Svenja Erler von der Stolberg Touristik und Bettina Krüpe von der Bücherstube am Rathaus. Gestaltung, Layout, Illustration und Texterstellung hat Christian Altena komplett selbst übernommen. Das 72-seitige Buch enthält zahlreiche kolorierte Zeichnungen und Farbfotos. So sind in dem kleinen Werk Wappen und Burgabbildungen aus dem Mittelalter und der Renaissance zu sehen, die durch ihre Detailtreue und Farbigkeit überzeugen.

Wie in seinem Buch beschrieben, erläuterte Altena die interessante Persönlichkeit des Burgretters Moritz Kraus und dessen Konzept des Wiederaufbaus. „Kraus‘ Zinnen waren kein romantischer Schnickschnack! Zinnen gehörten zu jeder Burg, da war unsere Burg nur eine Ausnahme, da sie am Ende des Mittelalters entstanden war“, klärte Altena auf.

Zudem erwähnte er unter anderem die vergnügliche Landpartie, die im Jahr 1738 eine Aachener Kurgesellschaft in den damals kleinen Flecken an der Vicht unternommen hatte. „Karl Ludwig Freiherr von Pöllnitz hat das dort Erlebte in einem Spottgedicht verarbeitet, vielleicht noch in angeheiterter Stimmung auf der Rückfahrt in der Kutsche. „Die Reisenden bekamen in Stolberg neben betriebsamen Kupferhöfen auch unflätige Gassen und unansehnliche Häuser zu sehen, das alte Schloss interessierte sie nicht“, versicherte der Autor.

Mehr von Aachener Nachrichten