Büsbacherin Hilde Emonds ist Spross einer

Schützen-verrückte Famile : Für Hilde ist den Schützen kein Weg zu weit

Hilde Emonds, eine Büsbacherin, lehrt ihren Brander Schützenschwestern und -brüdern gehörig das Fürchten, zeigt ihnen, wo Barthel seinen Most holt.

Die couragierte Dame war bis Sonntag Königin der St.-Donatus-Schützengesellschaft, stand beim Königsball im Fokus und wurde für 25 Jahre Vereinstreue geehrt. Was für eine „total-verrückte“ Schützenfamilie. Emonds – schon der Name zergeht regelrecht auf der Zunge. Das Schützengrün begleitet Mutter, Vater, zwei Töchter, drei Enkelinnen seit Jahren durchs Leben.

Alles, was Emonds heißt, hat bereits Titel errungen. Aber, wie kommt eine Büsbacherin zu den Brander Schützen? „Mein Mann war lange Jahre zuvor schon Mitglied, er hatte 1984 und 1998 den Königstitel errungen“, so Hilde Emonds gegenüber unserer Zeitung. Da blieb es nicht aus, dass die Ehefrau und später auch die beiden Emonds-Töchter Alexandra (Czichi) und Sonja (Holländer) sich in Richtung Brand begaben, dort Mitglied wurden, und das bis auf den heutigen Tag.

„Beide haben in der Jugendabteilung angefangen, konnten die Prinzen- und Königswürde erringen“, sagt Hilde Emonds stolz.Nicht genug, denn auch ihre Enkelinnen (die Zwillinge Leonie und Juli Jünger) sind in die Fußstapfen der Eltern und Großeltern gestiegen. „Die beiden älteren haben bereits die Prinzenkette getragen“, so die stolze Oma. Mehr noch: „Sie glänzen mit sportlichen Ergebnissen, wie die gesamte Brander Jugend“, ist zu hören. Gerade der Bogensport steht derzeit bei den Brandern, die heuer ihr 185-jähriges Jubiläum feiern, hoch im Kurs. „Ob Bogen, Pistole oder Gewehr: Brand begeistert“, berichtet Ehren-Präsident Herbert Stettner.

Hilde selbst ist keine Sportschützin, wohl aber ihr Mann Dieter (2008 verstorben) und ein Bekannter, beide gehörten den Brander Schützen an. Sie lacht und meint: „Wir sind eine große Familie und keiner ist bei uns allein.“ Dann eine Anleihe auf Peter Alexanders großen Hit „Die kleine Kneipe“: „Keiner fragt, was du hast oder bist!“ Wer so vernarrt in die Schützen ist, bringt es auch im Laufe der Jahre zu schönen Erfolgen. „Erstmals habe ich 2014 den Königsvogel erlegt, das zweite Holztierchen hatte 2018 keine Chance zum Überleben“, lacht sie.

Königin Hilde Emonds (mit Kette) in Begleitung ihres Damen-Gefolges in Erwartung ihrer Brander Schützen. Foto: Günther Sander

Gerade in Brand seien die Schützendamen seit einigen Jahren bereits voll integriert. „Meine Tochter Sonja Holländer war 1997 Schützenkönigin und auch schon Jugendprinzesin.“ Heute ist sie bei den Sportschützen. Die kleine Enkelin Marie Holländer (Papa Jörg ist Jugendtrainer und Fähnrich), sieben Jahre alt, darf zwar noch nicht schießen, „aber sie ist mit Begeisterung dabei und marschiert bei den Schützen mit“, erzählt die Oma. Was bedeutet Hilde Emonds der Titel Schützenkönigin? „Für mich ist das Gruppe und auch Verein, die zusammenhalten und die Jugend mit einbeziehen“, meint sie. Und die Brander Schützen wissen, was sie an ihrer Königin haben.

Am Samstag waren sie wieder allesamt in den Dickenbruch gekommen, die Queen hatte zu einem Umtrunk geladen. Für ihre Hilde ist den Schützen kein Weg zu weit. Und umgekehrt auch nicht. In einem kleinen Festzug kamen sie anmarschiert, denn es galt, die noch amtierende Majestät für den Königsball am Abend im Pfarrheim von St. Donatus abzuholen. Mit dabei Jugendprinz Kai Petersen und Bürgerkönig Wolfgang Königs. Festzug Teil zwei: Die Königin wurde zur Aachener Straße geleitet, wo der Bus nach Brand wartete. Am Sonntag stand Hilde Emonds beim Königsvogelschuss ihren Mann, sie hielt kräftig drauf, war willens und entschlossen, ihren Titel zu verteidigen. Was sie angekündigt hatte, ging in Erfüllung: Mit dem 118. Schuss verteidigte sie ihren Königstitel aus dem Vorjahr. Insgesamt ist es für die „starke Frau“ aus Büsbach die dritte Königswürde, zweimal stand sie ihrem Mann als Königin zu Seite.

Riesenjubel am Schießstand. Jetzt gibt es wieder Arbeit für das Damen-Gefolge, das Majestät auf allen Wegen zur Seite stehen wird. Die Bübacher Schützen müssen neidisch sein, solch ein „Ass“ nicht in ihren Reihen zu haben. Ihr Schlussfazit lässt erkennen, wie wichtig ihr Königs-Titel sind. „Ja, meine beiden Königsjahre waren eine wunderschöne Zeit. Ganz toll finde ich, dass die Brander Schützen hinter ihren Würdenträgern stehen.“ Hilde schwärmt von schönen Erinnerungen, von denen es viele gibt. „So viele, dass mir im Augenblick keine besonderen einfallen“, schließt sie. Nun, jetzt kommen weitere Erinnerungen hinzu.

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