Vielfältige Angebote: Büsbacher Ortsmitte rüstet auf

Vielfältige Angebote : Büsbacher Ortsmitte rüstet auf

In manchen Stolberger Stadtteilen ist eine Nahversorgung schlichtweg gar nicht mehr vorhanden, in anderen wird sie weniger oder einseitiger. Anders in Büsbach, wo besonders die Ortsmitte mit vielfältigen Angeboten lockt.

Ein kleiner, aber gut sortierter Supermarkt bietet Waren des täglichen Gebrauchs an, ein Schreibwaren- und Tabakladen ist zugleich Postfiliale und Lotto-Annahmestelle. Es gibt ein Geldinstitut, einen Blumenladen, ein Reisebüro, Friseure, Versicherungsagenturen, ein Sonnenstudio und mehr.

Unter anderem sind Apotheke und Optiker ebenso vorhanden wie ein Podologe, ein Massagesalon und eine Tierarztpraxis. Eine Bäckerei mit Konditorei und Café schlägt die Brücke zum gastronomischen Angebot, zu dem ein italienisches Restaurant sowie ein asiatischer und ein griechischer Imbiss zählen. Hinzu kommen zwei Eiscafés und nicht zuletzt die Gaststätte mit großem Saal – die Heimat der KG Büsbach und des Büsbacher Männergesangvereins, die auch von weiteren Stolberger Vereinen und Gruppen genutzt wird, um den Bürgern kulturelle Veranstaltungen zu präsentieren.

Rund um den Büsbacher Markt an der Konrad-Adenauer-Straße scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch einige der Gewerbetreibenden fragen sich besorgt, wie lange die Nahversorgung noch gesichert sind. Die Vielfalt und die Menge von Handel, Dienstleistung und Gastronomie mache die Büsbacher Ortsmitte attraktiv, sagen sie. Wenn aber ein Geschäft verlorengehe, fürchten sie einen negativen Domino-Effekt, also dass weitere Läden schließen würden und die ortsnahe Versorgung in Büsbach auf Dauer zusammenbreche.

„Ein großes Problem ist die Parkplatzsituation in der Ortsmitte“, meint Markus Genter. Er betreibt den Supermarkt neben dem Bürgerhaus. Noch, denn Ende Juni 2020 ist für ihn Schluss. Einen Nachfolger hat er mit Stefan Schartmann gefunden und damit die Hoffnung, dass der „Nahkauf“ den Büsbachern möglichst lange erhalten bleibt. Doch Genter und Schartmann sorgen sich auch um die Zukunft des Supermarkts: „Das Geschäft kann nur bestehen bleiben, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Und dazu müssen die Kunden einen Parkplatz finden, was für alle Läden in der Ortsmitte gilt.“

Wenn zu manchen Tageszeiten die Konrad-Adenauer-Straße zahlreiche Parkmöglichkeiten biete, trüge der Schein, sagt Georg Blatzheim. Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Büsbach ist auch ansässiger Apotheker und beschreibt: „Parkraum wird vor allem dann benötigt, wenn wir Gewerbetreibenden den Großteil der ortsnahen Versorgung gewährleisten und zugleich unsere Existenzen sichern.“ Sprich: zu den Stoßzeiten mit vielen Kunden. An den Wochentagen sei dies von 16 bis 18.30 Uhr, freitags und samstags auch an den Vormittagen. „Und eben dann sind Parkplätze absolute Mangelware“, betont der Podologe Frank Casel.

„Wer dann ein Büsbacher Geschäft aufsuchen will und keinen Parkplatz findet, der fährt einfach zwei bis drei Kilometer weiter zu Läden, an denen gut geparkt werden kann“, beschreibt Genter das Dilemma. Mit der Problematik haben Gewerbetreibende sich jetzt an den zuständigen CDU-Ortsverband gewandt und zugleich ihre Wunschlösung parat gehabt: Linker Hand des Supermarktes befinden sich direkt hinter dem Bürgerhaus am Büsbacher Markt zwei Liegenschaften in privater Hand, die mehr oder weniger brach lägen. Vorne ein Hof mit scheinbar verwaistem Lager, dahinter eine Bebauung mit Garagen.

Grundstücke umwandeln

„Wenn die Stadtverwaltung diese Grundstücke erwerben und in öffentliche Parkflächen umwandeln würde, wäre das ein wichtiger Schritt, um die noch gute Infrastruktur in der Büsbacher Ortsmitte dauerhaft zu sichern“, ist Genter überzeugt. Mehrere ortsansässige Gewerbetreibende befürworten nach seiner Aussage diese langfristige Wunschlösung seit geraumer Zeit, in der sich diesbezüglich jedoch nichts getan habe. Blatzheim fügt hinzu: „Und auch der Marktplatz darf keine heilige Kuh sein.“ Dieser war von der Verwaltung anlässlich der Ertüchtigung der Bushaltestellen zum Parken freigegeben worden.

Als die Galmeistraße saniert wurde hingegen nicht, und mit Blick auf die anstehende Sanierung der Bischofstraße plädieren die Gewerbetreibenden dafür, dass Kunden und Gäste während der Geschäftszeiten mit Parkscheibe für eine Stunde auf dem Marktplatz parken dürfen und Anwohner danach auch länger. „Während der Sanierung droht in der Ortsmitte morgens, mittags und an den frühen Nachmittagen zusätzliches Chaos wegen des Elternverkehrs, da die Grundschule dann mitten in der Baustelle liegt“, prophezeit Casel.

Bei einem Ortstermin sagten CDU-Vertreter den Gewerbetreibenden jetzt Hilfe zu. „Die Nahversorgung zu sichern, ist eine wichtige Aufgabe der Politik“, betonte Andreas Dovern und erklärte, der Ortsverband wolle vermitteln und die Stadtverwaltung mit den Eigentümern der als Parkfläche begehrten Liegenschaften zum Gespräch an einen Tisch bringen.