Stolberg-Büsbach: Büsbacher Männergesangverein: Das Publikum im Bann der Solisten

Stolberg-Büsbach : Büsbacher Männergesangverein: Das Publikum im Bann der Solisten

Mit „wir laden gern uns Gäste ein“ überschrieb der Büsbacher Männergesangvereins (MGV) sein Konzert. Die Einladung wurde offensichtlich gerne angenommen, denn schnell war der große Saal von „Angie‘s Bistro“ voll besetzt. Er bot eine prächtige Kulisse für die Herren des Vereins, die ihrerseits dem Publikum einen äußerst unterhaltsamen Abend auf hohem musikalischen Niveau bereiteten.

Bekannte Melodien aus Operetten sowie Lieder aus Filmen und Chansons standen auf dem Programm und rissen die Zuhörer immer wieder zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Werke von insgesamt 17 Komponisten brachten die Akteure souverän wie leidenschaftlich zu Gehör, wobei der Büsbacher MGV zudem für Abwechslung gesorgt hatte, indem er mit Anna Fischer eine weibliche Stimme präsentierte.

Die Altistin begeisterte sowohl gesanglich als auch mit Mimik und Gestik, Humor und Ausstrahlung. Bei Stücken wie dem „Vilja-Lied“ aus Franz Lehárs „Die lustige Witwe“, „Lili Marleen“ (Norbert Schultze/Hans Leip), Friedrich Hollaenders „Die Kleptomanin“ oder Werner Eisbrenners „Beim ersten Mal, da tut‘s noch weh“ aus dem Film „Große Freiheit Nr. 7“ glänzte Fischer stimmlich und mit schauspielerischem Talent.

Die Sängerin wurde ebenso von Theo Palm am Piano begleitet wie der Büsbacher Männergesangverein, der Fischer in nichts nachstand. Der von Josef Otten geleitete Chor der Herren brillierte unter anderem bei Werken aus Paul Abrahams „Die Blume von Hawaii“ oder aus „Eine Frau, die weiß, was sie will“ von Oscar Straus.

Und der Männergesangverein hatte nicht nur mit Anna Fischer eine hochklassige Solistin aufgeboten, sondern setzte auch aus den eigenen Reihen Sänger solistisch in Szene. Etwa beim Finale des zweiten Aktes der „Fledermaus“ von Johann Strauss, als Karl-Heinz Philippi den „Eisenstein“ und Peter Effenberg den „Dr. Falke“ gaben. Aus der „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán besangen die Herren „Die Mädis vom Chantant“ und stellten fest „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“. Besonders Josef Palm und Hans Dohlen zeigten dabei als Solisten ihr Können.

Qualität bewiesen

Bei Rudolf Nelsons „Die Peruanerin“ erfreute Chorleiter Josef Otten selbst das Publikum solistisch. Ein Querschnitt aus Ralph Benatzkys Singspiel „Im weißen Rössl“ bewies dann vollends die Qualität des Büsbacher Männergesangvereins.

Alle Herren zogen die Zuhörer in ihren Bann, Karl-Heinz Philippi gab den „Dr. Siedler“, und Norbert Effenberg befehligte als Oberkellner Leopold gleich fünf Kellner beziehungsweise Solisten, als Werner Paland-Laschet, Holger Rüdiger, Peter Effenberg, Josef Palm und Karl-Heinz Philippi im Rampenlicht die Stimmen erhoben.

So hätte das „weiße Rössl“ ein furioses Finale des gelungenen Konzerts sein können — wenn das Publikum nicht vehement um Zugaben gebeten hätte. Der Bitte kam der Büsbacher MGV selbstverständlich nach und erhielt für die Paul-Lincke-Lieder „Es war einmal“ aus „Im Reiche des Indra“ und „Berliner Luft“ erneut tosenden Beifall.

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