Stolberg: Bürger müssen für den Müll aufkommen

Stolberg : Bürger müssen für den Müll aufkommen

Im Steinbruch „Gehlens Kull“ liegt Müll. Unbekannte haben ihn offenbar während der Feiertage an einem Aussichtspunkt abgelegt. Das war lange nicht mehr der Fall. „Seit zwei Jahren ist es hier sauber“, sagt Anwohner Walter Meuthen.

Er kümmert sich gemeinsam mit anderen „Vogelsängern“, wie die freiwilligen Helfer sich nennen, um die Sauberkeit des Parks. Probleme gab es nicht — bis jetzt. Als der Rentner am Donnerstagmorgen seine Runde durch den Park dreht, findet er sechs Müllsäcke und schaltet daraufhin das Ordnungsamt ein. Dieses durchsucht den Müll nach Hinweisen zu den Tätern — erfolglos.

Enser Alici vom Ordnungsamt erklärt: „Manchmal finden wir im Müll alte Rechnungen oder Postkarten und können so den Verantwortlichen ausfindig machen.“ Weil das am Donnerstag nicht geklappt hat, muss die Stadt, und damit die Bürger, jetzt für die Beseitigung des Abfalls aufkommen. Warum Menschen diesen in der Natur entsorgen, kann sich Alici nur schwer erklären: „Vielleicht, weil sie keine oder zu wenig Mülltonnen haben“, sagt er.

Erlaubt ist das trotzdem nicht — ein Bußgeld von bis zu mehreren tausend Euro — je nach Menge und Art des Abfalls — kann verhängt werden. Papiermüll illegal abzulegen, kostet zum Beispiel weniger als das unsachgemäße Entsorgen von giftigen Chemikalien oder Elektroschrott.

Der Restmüll, der in „Gehlens Kull“ liegt, würde die Verantwortlichen „um die 200 Euro“ kosten, erklärt Sven Poschen, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts. Ein Betrag, der Täter abschrecken soll. Das hofft auch Anwohner Meuthen: „Der Park wird so gut von Spaziergängern, Sportlern und Jugendlichen angenommen, dass es schade wäre, wenn er wieder verschmutzt würde.“

(vino)
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