Bücherflohmarkt in Stolberg lockt Besucher

Persönliche Beratung beim Blücherflohmarkt : Antiquarische Bücher zum kleinen Preis

„Das Buch zu Barack Obama suchen Sie? Na, dann kommen Sie mal mit.“ So sah die persönliche Beratung beim antiquarischen Bücherflohmarkt des Eifel- und Heimatvereins Breinig am vergangenen Wochenende aus.

Stellvertreter Heinz Michler vertrat beim Flohmarkt den Vereinsvorsitzenden Heinrich Rüttgers. „Der ist mit zwölf anderen von uns bei der Müll-Aufsammeln-Aktion hier im Ort unterwegs“, erläutert Michler. Im Informationszentrum „Naturschutzgebiet Schlangenberg“ finden eigentlich Vereinstreffen, Führungen zu den Ausstellungen und Vorträge statt. Doch zwei Mal im Jahr tummeln sich vor den Vitrinen mit Kalkstein und Galmei sowie vor den Nistkästen verschiedener Vogelarten viele Tausend Bücher.

Von Kinder- und Koch- über Reise- und Geschichts- bis hin zu Politik- und Naturwissenschaftsbüchern ist alles dabei. Außerdem zählen Heimatliteratur zu Stolberg, Aachen und der Eifel sowie Spiele, CDs, DVDs und Schallplatten zum Angebot. Bereits vor dem offiziellen Beginn des Flohmarkts stöbern einige Besucher in den Kisten: „Manche wollen die Ersten sein, um die besten antiquarischen Bücher zu bekommen“, sagt Schriftführerin Rita Wolter schmunzelnd. Taschenbücher kosten im Schnitt 0,50 Euro, neu erschienene bis zu zwei Euro. Gebundene Ausgaben sind für durchschnittlich einen Euro zu haben.

„Das Problem ist, dass wir mehr Bücher von den Menschen gespendet bekommen, als wir verkaufen“, erläutert Milcher. Punkte in verschiedenen Farben auf den Bücherrücken verraten, zum wievielten Mal das Exemplar von den Vereinsmitgliedern zum Kauf angeboten wird: Ein blauer Punkte bedeutet, dass das Buch bereits zum 14. Mal rausgelegt wird.

„Die werden nach diesem Wochenende entweder entsorgt oder zu anderen Stolberger Bücherflohmärkten, zum Beispiel zur Pfarre nach Zweifall, abgegeben“, sagt Milcher. Während der stellvertretende Vorsitzende das Punktesystem erklärt, schlendern sowohl Anwohner, als auch Nicht-Stolberger durch die Räume.

„Ich wohne inzwischen in Düren, aber wenn was in Stolberg ist, komme ich immer wieder gerne hierher“, sagt eine ehemalige Stolbergerin, die nicht genannt werden will, mit drei Romanen im Arm. Währenddessen legt eine Anwohnerin, die ebenfalls nicht genannt werden will, zehn Bücher auf den Kassentisch: „Ich habe mehrere hundert Bücher zuhause“, sagt sie stolz. Der Bücherflohmarkt wurde vor 23 Jahren vom damaligen Vorsitzenden Hans Klein ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr seien an beiden Tagen zwischen 500 und 600 Euro eingenommen worden, sagt Milcher, der auch für dieses Jahr mit Einnahmen in dieser Höhe rechnet.

Mit dem Erlös werden unter anderem die Theateraufführung der Vereinsgruppe „Applaus“, Reparaturen an Denkmälern, Ausflüge, die der Verein unternimmt und herausgegebene Bücher finanziert. Das neueste Buch des Eifel- und Heimatvereins mit dem Titel „Die Gewerkschaft Cornelia im Großraum Stolberg-Breinig“ wurde von Josef Naumann über die Erzgrube Cornelia geschrieben. Das Buch hat nach Angaben von Milcher eine Auflage von 400 Exemplaren und wird zu einem Preis von 19,50 Euro verkauft.

Der nächste Bücherflohmarkt findet am ersten Oktoberwochenende dieses Jahres statt. Das gesamte Veranstaltungsprogramm des Vereins kann auf der Internetseite eingesehen werden.

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