Stolberg: BSR will Lkw-Verkehr reduzieren auf der L12

Stolberg: BSR will Lkw-Verkehr reduzieren auf der L12

Alleine schon während des halbstündigen Behördentermins stehen vier Lkw Schlange, um mit dem im Breiniger Steinbruch gewonnenen Rohmaterial beladen zu werden. Ihr Ziel ist über die Landesstraße 12 der Steinbruch Gressenich, wo die bis zu einem Meter Durchmesser großen Brocken weiterverarbeitet werden zu Schotter von bis zu wenigen Millimeter Stärke.

Anschließend geht es zurück nach Breinig zur Auslieferung an die Kundschaft. Genau diesen Materialtourismus unterbinden möchte die Firma BSR mit einem Antrag nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BimschG), in dem sie im 1963 genehmigten Steinbruchbereich eigens eine Brecheranlage aufstellt.

Als Vertreter der zuständigen Genehmigungsbehörde verschaffen sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Umweltdezernent Uwe Zink persönlich ein Bild der Lage in Breinig, denn durch den Vorstoß des Unternehmens können die Ortslagen Breinig, Mausbach und Gressenich um weit über 50 Prozent des betriebseigenen Lastverkehrs entlastet werden. Bereits im letzten September hatte BSR das Vorhaben der Stadt Stolberg vorgestellt. „Tempo 30 und verkehrsberuhigende Maßnahmen helfen nur gegen die Symptome”, sagt der Landtagsabgeordnete Axel Wirtz (CDU). „Hier besteht aber die Möglichkeit, das Problem bei der Wurzel zu packen”. Denn jeder Lastwagen weniger auf der L12 sei eine Entlastung für Umwelt und Anwohner und der Anlagen bedingte Werksverkehr kostenintensiv und überflüssig.

Eine Einschätzung, der auch Franz-Josef Schreuer von der IG Breinig-Gressenich zustimmt. Zumal es jährlich um rund 200.000 Tonnen Material allein für den Wegebau geht und die Firma BSR mittels der zusätzlich beantragten semimobilen Brecheranlage die Belieferung der Versorgungsgebiete aus bislang vier Standorten optimieren und so weitere Verkehrsströme minimieren möchte, wie Geschäftsführer Frank Conrads erläuterte. Von Breinig aus sollen die Eifel, Aachen und Teile Stolbergs, von Gressenich aus Eschweiler, Düren und einen Teil der Kupferstadt versorgt werden. „Wenn nur noch 20 statt 50 Lkw durch Breinig und Mausbach fahren, macht sich das positiv bemerkbar für die Anwohner”, sagt Conrads, der derzeit die für den Genehmigungsantrag erforderlichen Gutachten erstellen lässt.

„Die Grundidee ist angekommen”, sagt Uwe Zink; ohne einer Zusage vorgreifen zu wollen hält er das Vorhaben auf den ersten Blick für genehmigungsfähig. „Wir werden ihren Antrag zügig bearbeiten”. Und auch Helmut Etschenberg würdigte den Vorstoß von BSR, weil er die Belastung von Anwohnern, Straßen und Umwelt reduziere, aber auch dazu beitrage, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und damit Arbeitsplätze sichere.