Stolberg: „Brauereien in Stolberg”: Die lange Tradition des Biers

Stolberg: „Brauereien in Stolberg”: Die lange Tradition des Biers

Während im Hof die „Inde-Rebellen” ihr selbst komponiertes Ketschenburg-Lied zum Besten gaben und das 2008 von Dr. Rüdiger Fröschen wiederbelebte Stolberger Nationalgetränk ausgeschenkt wurde, hatten sich im Glasraum des Museums Torburg die Besucher versammelt, um passend dazu eine Ausstellung über das Kupferstädter Bier zu eröffnen: Eine Ausstellung, in der rund 400 Jahre Braugeschichte gewürdigt werden.

So lange reicht die erste, im 16. Jahrhundert vergebene Konzession eines Stolberger Burgherren zurück.

Seine Blütezeit erlebte das örtliche Brauwesen aber im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei drei Betriebe - Ketschenburg, Katterbach und Wirte-Brauerei - das Marktgeschehen bestimmten. Diese Brauereien spielen auch bei der neuen, im Torburg-Museum gezeigten Dauerausstellung eine große Rolle. Sie wurde am gestrigen Sonntag mit Ansprachen von Museumsleiter Professor Dr. Roland Fuchs, Ausstellungsmacher und Brauerei-Experte Peter Mensger und der stellvertretenden Bürgermeisterin Hildegard Nießen eröffnet.

„Die Geschichte der Stolberger Brauer ist endlich im Museum angekommen”, sagte Mensger, der damit auf die Zusammenführung von zwei bislang getrennten Sammlungen anspielte, die in der Vergangenheit nur selten öffentlich zugänglich waren: die Mensgersche Privatsammlung und die 1990 vom Museum Torburg erworbene Ketschenburg-Sammlung. Darüber hinaus werden Exponate, schriftliche Dokumente, Karten und Bilder gezeigt, die Stolberger und Aachener Bürger zur Verfügung gestellt haben.

So hat Bernhard Brückmann, letzter Besitzer der Ketschenburg-Brauerei, die 1985 die Produktion einstellte, dem Museum kürzlich einen wertvollen, aus den 1930er Jahren stammenden Silberaschenbecher zur Verfügung gestellt, der von einem Bierfass und dem Brauereilogo gekrönt ist. Aufbewahrt wird das Schmuckstück in einer der drei Vitrinen. Sie nehmen neben den zwölf großen Bildtafeln und den anderen Bildern und Gegenständen eine Hälfte des in der ersten Etage des Museums liegenden Glasraumes ein.

Die Eröffnung war in mehrere Teile gegliedert. Wechselweise wurde außen Musik gespielt und im Innenbereich die Erläuterung der präsentierten Exponate geboten. Die Darstellung der Hintergrundinformationen nahmen Fuchs und Mensger gemeinsam vor. Dem Museumsleiter ist es auch zu verdanken, dass die Ausstellungsstücke mit einer informativen Beschriftung versehen wurden.

Die Idee, den Sammlerstücken einen dauerhaften Platz im Museum einzuräumen, entstand bereits im Sommer vergangenen Jahres. Damals sichteten Mensger und Fuchs den vorhandenen Bestand und begannen mit den ersten Vorbereitungsarbeiten. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Vielzahl der Dokumente und Gegenstände ist verblüffend.

Zu Ende ging die Eröffnungsveranstaltung mit einer Versteigerung. Draußen im Innenhof des kleinen Museums wurden unter anderem mit dem Ketschenburg-Logo bedruckte Vasen, Teller, Bierkrüge, Thekenschilder und Gläser versteigert, die allesamt seltene Originalstücke aus der Brauereigeschichte darstellten.