Stolberg-Breinig: Böller- und Musikfest in Breinig: Eine krachende wie herzliche Einladung

Stolberg-Breinig : Böller- und Musikfest in Breinig: Eine krachende wie herzliche Einladung

Es ist eine krachende Premiere gewesen — im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei dem ersten Böller- und Musikfest in Breinig ging es zünftig und lautstark zu. Verschiedene Handböller, Kanonen unterschiedlicher Größe sowie Standböller wurden abgefeuert.

Und Trommler und Pfeiffer aus Breinig, der Musikverein Frohsinn Schmidt, die Blasmusikanten Gressenich und die Euphonia Mausbach steuerten die feineren Töne bei und unterhielten die Gäste an der Schützheide glänzend. Kurzum: Die Böllerschützen-Abteilung der St.-Sebastianus-Bruderschaft Breinig hatte ein absolut gelungenes Fest auf die Beine gestellt.

Auch die Kanone, die Schirmherr Helmut Conrads den Breiniger Böllerschützen zur Verfügung gestellt hat, wird fünf Mal gezündet. Foto: D. Müller

„Das funktioniert so aber nur im Zusammenspiel aller Beteiligten“, betonte Schießmeister Thomas Weiss: „Der SV Breinig hat uns das Gelände zur Verfügung gestellt, viele befreundete Vereine haben uns unterstützt, und ohne Sponsoren und Gönner wäre die Premiere des Böller- und Musikfestes nicht möglich gewesen.“

Zu dem Zusammenwirken habe auch gezählt, dass die Böllerschützen ihr Fest sozusagen Hand in Hand mit der Pfarre St. Barbara und dem Präses der Breiniger Schützenbruderschaft, Pfarrer Ulrich Lühring, gefeiert haben, denn auf die Veranstaltung an der Schützheide folgte am Sonntag das Oktoberfest im Pfarrheim Goldener Stern.

Sechs böllernde Formationen hatten die Organisatoren eingeplant, doch zwei Gruppen hatten krankheitsbedingt absagen müssen. Die Rechnung „sechs minus zwei“ hatte jedoch in Breinig „sieben“ zum Ergebnis. „Die Ersten Frankfurter Böllerschützen, und Bruderschaften aus Jülich und Linnich sind eingesprungen. Toll war, dass wir gar nicht nach Ersatz zu suchen brauchten, weil die drei Gruppen über soziale Netzwerke im Internet von sich aus auf uns zugekommen sind und angefragt haben, ob sie in Breinig mitböllern können“, beschrieb Weiss.

Den aktiven Schützen aus Bayern, Frankfurt und Hannover zeigten die Breiniger Gastgeber zunächst die Schokoladenseite Stolbergs bei einer zweistündigen Altstadtführung. Dann segnete Pfarrer Lühring alle Böllerschützen in der Kirche St. Barbara, nicht ohne auf den Franziskanermönch Berthold Schwarz hinzuweisen, der der Legende nach im 14. Jahrhundert das Schwarzpulver erfunden haben soll.

Festzug durch den Ort

Jenes Schwarzpulver kam dann auch reichlich zum Einsatz, nachdem der an der Pfarrkirche gestartete Festzug mit Beteiligung aller Böller- und Musikvereinigungen sowie der Hahnengesellschaft vom Breinigerberg und den Dorffer St.-Hubertus-Schützen an der Schützheide angekommen war.

Mit einer ansprechenden Mischung aus klangvoller Blasmusik und der lauten Tradition des Böllerns begeisterten die Aktiven das Publikum. Übrigens gefahrlos, denn es wurden keinerlei Geschosse abgefeuert, sondern lediglich Schwarzpulver zur kontrollierten Explosion gebracht. Denn ob Hand-, Standböller oder Kanonen — technisch handelt es nicht um Waffen, sondern um „Lärmgeräte“.

„Wobei wir diese Tradition nicht ausüben, um einfach nur Lärm zu erzeugen. Wir möchten niemanden belästigen oder erschrecken, sondern vielmehr die Menschen einladen. Das Böllern soll auf hohe kirchliche Feiertage, volkstümliche Feste und gemeinsame Aktivitäten aufmerksam machen und eine laute wie herzliche Einladung an Alle sein, mitzufeiern und dabei zu sein“, erklärte Weiss.

Und dieser Einladung kamen viele Gäste nach; sowohl beim Böller- und Musikfest am Samstag, als auch bei dem Oktoberfest der Breiniger Pfarre im Goldenen Stern, das mit der Blasmusik vom Musikverein Frohsinn Schmitt sowie typischen Speisen und Getränken authentisch bayrisch war. Dementsprechend gesellig war die Stimmung an beiden Tagen des Festwochenendes in Breinig, und das Fazit von Organisatoren, Teilnehmern und Gästen war einhellig. „Die Kombination der Feste hat sich bewährt, und die Premiere soll nicht das letzte Böller- und Musikfest in Breinig gewesen“, brachte Helmut Conrads, Schirmherr des Events an der Schützheide, es auf den Punkt.

Schießmeister Thomas Weiss bestätigte, dass es weitere Böller- und Musikfeste in Breinig geben werde: „Wir tendieren allerdings zu einem Zweijahresrhythmus, um nicht in terminliche Schwierigkeiten zu geraten.“

Freundschaften bilden sich

Schließlich wollen die heimischen Böllerschützen weiterhin an hohen kirchlichen Feiertagen sowie zu Festen in Breinig und Stolberg böllern. „Und es entwickeln sich Freundschaften zu anderen Vereinen und Böllergruppen, die uns wiederum zu ihren Festen einladen“, erläuterte Weiss. So würden nicht nur Böllerschützen aus Bayern wie die Truderinger aus München oder Jura-Schwarzach aus Greding und der Heimatverein Schlegel und Eisen Deister aus dem Raum Hannover sowie die Frankfurter Böllerschützen die Kupferstadt kennenlernen, sondern die Breiniger Böllerschützen-Abteilung auch als „Export-Botschafter“ Werbung für Stolberg machen.

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