Stolberg/Aachen: „Blütenträume” auch für Allergiker unbedenklich

Stolberg/Aachen : „Blütenträume” auch für Allergiker unbedenklich

Ein wenig verschnupft wirkt Manfred Langner beim Gespräch über die kommende Premiere im Grenzlandtheater.

Was nicht auf die Gemütslage des scheidenden Intendanten, sondern vielmehr auf den, mit dem Frühling aufblühenden, Heuschnupfen zurückzuführen ist. Und so versichert Langner auch gleich zu Beginn: „Unser Stück ist garantiert allergiefrei.”

Es heißt „Blütenträume” und stammt aus der Feder von Lutz Hübner, dem derzeit meistgespielten zeitgenössischen Dramatiker auf Deutschlands Bühnen. Im Mittelpunkt des Schauspiels steht der „Flirtkurs55+”, der von der Volkshochschule angeboten wird und darauf abzielt, den Teilnehmern im Herbst ihres Lebens Frühlingsgefühle zu bescheren.

Augenkontakt aufnehmen, Signale senden und eine Lektion im Speed-Dating: Mit solchen und ähnlichen Inhalten beschäftigen sich die beflissenen Flirtlehrlinge, die von Gudrun May, Heike Schmidt, Uta-Maria Schütze, Jutta Schmidt, Hans-Peter Deppe, Karl-Heinz Dickmann und Ernst Wilhelm Lenik verkörpert werden. Als Kursleiter fungiert Harald Pilar von Pilchau. Im Stück übernimmt er den Part des arbeitslosen Schauspielers, der sich mit seinen Lektionen in Sachen Liebe finanziell über Wasser zu halten versucht.

„Der Kurs verläuft erwartungsgemäß nicht wie man es sich wünscht”, verrät Ulf Dietrich, der Regie führt. Was nicht zuletzt damit zusammenhängen mag, dass sich ein nüchterner Lehrraum, ausgestattet mit Lehrplan, politischer Weltkarte und Kreidetafel (Bühnenbild: Charles Copenhaver) nur bedingt dafür eignet, die Gefühle in Wallung zu bringen.

Die Party, die die Kursteilnehmer gemeinsam besuchen, scheint da schon eine bessere Umgebung. Aber nach ein paar Schnäpschen einigen sich die Flirtlehrlinge dann doch lieber darauf, eine gemeinsame Senioren-WG zu gründen.

Sicher, es sei ein Stück mit viel Witz und Komik, findet Langner. Aber der Grenzland-Intendant sagt auch: „Daneben ist es wirklich anrührend, es geht ans Herz.” Nicht zuletzt, weil es ein Thema auf die Bühne bringt, mit der sich früher oder später jeder auseinandersetzen muss.

Ulf Dietrich sieht in „Blütenträume” ein klassisches Schauspielerstück. „Es treffen sich Menschen, die sich nicht kennen und jeder einzelne ist ein Erlebnis. Wen lernen wir da kennen? Wer kann am besten mit wem?”, formuliert der Regisseur Fragen, die dem Publikum im Laufe des Stückes beantwortet werden.

Dass Autor Hübner auch ein ausgebildeter Schauspieler ist, der übrigens seine ersten Erfahrungen einst im Grenzlandtheater sammelte, davon profitiere „Blütenträume” ungemein, findet Dietrich: „Es ist ein Stück vom Schauspieler für Schauspieler. Das ist toll.” Mit Pause dauert es rund zwei Stunden, Hübners Originalfassung habe er an keiner Stelle gekürzt, versichert der Regisseur. Eine Handhabung, die sicher für die hohe Qualität der Vorlage spricht.

Am Donnerstag, 16. April, 20 Uhr, kann sich das Publikum selbst überzeugen. Dann feiert „Blütenträume” seine Premiere im Grenzlandtheater.

Tickets und Termine für „Blütenträume”

Nach der Premiere wird Blütenträume bis Sonntag, 17. Mai, täglich im Grenzlandtheater, Friedrich-Wilhelm-Platz, gezeigt. Danach ist es bis zum 28. Mai in der Region zu sehen. In Stolberg ist das Stück am 21. und 22. Mai im Kulturzentrum zu sehen. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr.

Eine Begegnung mit dem Autor ermöglicht das „Lutz-Hübner-Wochenende” am 18./19. April. Am Samstag, 15 Uhr, wird das Theaterkabarett Gretchen 89ff. aus der Feder des derzeit meistgespielten Gegenwartsdramatikers gezeigt, um 20 Uhr wird „Blütenträume” auf die Bühne gebracht.

Am folgenden Sonntag, 11 Uhr, lädt das Grenzlandtheater zur Blütenträume-Matinee, zu der Autor Lutz Hübner erwartet wird. Das gesamte Wochenende kostet 20 Euro, Karten gibt es an der Theaterkasse.

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