Stolberg: „Biber sucht Kunst“ in Stolberg

Stolberg: „Biber sucht Kunst“ in Stolberg

„Ich habe Schwimmhäute“ — „Ich habe kleine Ohren“ — „Ich habe scharfe Zähne“ — „Ich habe einen platten Schwanz“. Auf spielerische Art und Weise haben die Mädchen und Jungen der Klasse M1 an der Regenbogenschule Information mit Kunst vereint. Aus Kaninchendraht, Krepppapier, Naturfundstücken, Pappe und Acrylfarbe haben sie bunte Biber gefertigt und diese auf einem und um einen nachgebauten Biberdamm arrangiert.

Die Installation mit dem Titel „Bunter Biber-Damm“ sieht ansprechend aus und versorgt den Betrachter mit Informationen und Fakten rund um den Biber.

Groß war die Begeisterung der Schüler, als sie erfuhren, dass sich ihre monatelange Arbeit gelohnt hat. Ihr Kunstwerk hatte im Juni im Rahmen des Kunstwettbewerbs „Biber sucht Kunst“ den 3. Preis in der Altersgruppe 1 (sechs bis zehn Jahre) gewonnen.

Neben Freikarten für den Kölner Zoo bedeutete das auch, dass die Ausstellung die ganze Woche über im Foyer der Regenbogenschule zu sehen ist. Die Wanderausstellung wurde im Rahmen einer Vernissage am Montagmorgen eröffnet. Im Mittelpunkt stand dabei das Kunstwerk der Mittelstufen-Schüler.

Die Vielfalt der Kunstwerke ist groß und reicht von abstrakter Malerei und Druckgrafik über Pop-Art-Biberskulpturen bis zum Biber-Rap-Video und einem Biber-Merchandise-Verkaufsstand, an dem Produkte erworben werden können.

Der Jury, der unter anderen die Künstler Otmar Alt, Jane Dunker, Peter Nettersheim, Catharina de Rijke und Beatrix von Bock angehörten, ist es dementsprechend schwergefallen, sich für die Gewinner zu entscheiden. Umso größer war die Freude bei den Regenbogenschülern und ihren beiden Klassenlehrerinnen Dorothea Fock und Katja Herberg.

„Ich wollte sowieso was mit Bibern machen“, kann sich Fock gut an den letzten Winter erinnern, als ein Flyer von der Biologischen Station im Kreis Düren sowie der Internationalen Kunstakademie Heimbach im Schulfach lag, der für den Kunstwettbewerb warb. Nach den Weihnachtsferien ging es dann im Sachunterricht los.

Biberdame Babette zu Besuch

„Die einzige Vorgabe bei diesem Wettbewerb war, dass das Kunstwerk etwas mit dem Biber zu tun haben muss“, erklärte Hildegard Coenen von der Biologischen Station. In der Projektphase besuchte sie auch die Nachwuchskünstler der Regenbogenschule.

Mit dabei hatte sie die (ausgestopfte) Biberdame Babette als anschau- und natürlich auch anfassbares Modell.

An einem anderen Tag gingen die Mädchen und Jungen auf Spurensuche. Am Solchbach wurden sie fündig, konnten sehen, wo der Biber wohnt, und was für ein kreativer Baumeister er ist. „Dieser Tag hat den Schülern so imponiert, dass sie einen Damm nachbauen wollten“, so Herberg. Denn genau so einen hatten sie ja jetzt in der Natur gesehen.

Vor Ort sammelten sie auch schon Materialien fürs Kunstwerk — Stöcke, Nagespäne von Bibern und Birkenrinde. „Es war uns wichtig, alle elf Schüler einzubinden. In Gemeinschaftsarbeit ist so der bunte Biber-Damm entstanden“, sagte Fock.

Es sei eine Herausforderung gewesen, etwas zu finden, „das unsere Kinder hinbekommen“, und das gleichzeitig in einem Wettbewerb mit Regelschulen Chancen habe zu gewinnen. Klassensprecher Sebastian zeigte sich auch nach Abschluss der Arbeit begeistert. „Das hat Spaß gemacht. Besonders der Tag der Preisverleihung“, sagte er.

„Die Kunstwerke widmen sich in bemerkenswerten Formen dem Zusammenleben von Mensch und Biber. Sie schlagen eine Brücke zwischen Kunst und Natur“, sagte Professor Wolfgang Schumacher, stellvertretender Vorsitzender der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und Schirmherr des Kunstwettbewerbs, bei der Ausstellungseröffnung im Juni in der Internationalen Kunstakademie Heimbach.

Die Schüler der Regenbogenschule leisten mit ihrem Kunstwerk einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben von Mensch und Biber. Sie informieren über den Burgenbauer in der Eifel und bringen damit vor allem Kindern und Jugendlichen die Themen „Naturschutz und Artenvielfalt“ näher.

Das Kooperationsprojekt der Biologischen Station im Kreis Düren mit der Kunstakademie Heimbach reiht sich ein in eine Serie interessanter Veranstaltungen rund um den Biber. Dieser hat nach seiner Ausrottung vor 100 Jahren heute wieder in der Nordeifel eine Heimat gefunden.

(ds)