Bianca Wenzler-Schmidt aus Stolberg erreicht Tausende bei Instagram

Familienalltag mit Humor: Diese Stolbergerin erreicht fast 40.000 Menschen bei Instagram

Angefangen hat alles 2015, als Bianca Wenzler-Schmidt zum zweiten Mal schwanger wurde. Plötzlich entwickelte sich aus dem privaten Profil bei Instagram eine immer größere Gemeinschaft von Menschen, die sich für sie und ihren Alltag interessierten. Mittlerweile erreicht die gebürtige Stolbergerin mehr als 38.600 Menschen, Tendenz stetig steigend.

„Ich hätte nie damit gerechnet, dass es wirklich etwas Großes wird“, gibt die 30-Jährige zu. Zu Beginn habe sie Instagram hauptsächlich zur privaten Bildbearbeitung genutzt und private Fotos mit Freunden und Familie geteilt. Doch als sie auch Fotos von der Schwangerschaft gepostet hat, wurde der Austausch ganz anders. „Ich habe zum Beispiel den Hashtag #märzbaby2016 verwendet, damit sind viele Frauen auf mein Profil aufmerksam geworden, die auch gerade schwanger waren“, erinnert sich Wenzler-Schmidt.

Mit ihrer humorvollen Art hat sie immer mehr Menschen angesprochen, langsam aber stetig wuchs ihre Community, wie es in der Fachsprache heißt, auf mehrere tausend Abonnenten an. Wenzler-Schmidts Erfolgsrezept? „Mit viel Humor spreche ich alles an, was mit dem Mamasein zu tun hat – auch unangenehme Themen“, erklärt sie. Gerade Mütter seien nicht immer nett zueinander, da sei es umso wichtiger, sich gegenseitig ein gutes Gefühl zu geben. „Das perfekte Leben, was man oft bei Instagram sieht, setzt einen unnötig unter Druck“, findet die junge Mutter, „es ist okay, auch mal zu sagen, dass man an manchen Tagen an seine Grenzen stößt.“ Die erste Zeit mit Kind sei wunderschön, aber auch brutal.

Deshalb bestärkt sie auf ihrem Profil Mütter, die Sorgen oder Nöte haben, indem sie selbst einen ungefilterten Einblick in ihren Alltag gibt. Sie beschreibt ihre Seite mit dem Namen „Konfetti im Herz“ auch nicht als typischen Influencer-Account. „Mich macht aus, dass ich offen und ehrlich kommuniziere und ein sehr authentisches Profil habe“, sagt Wenzler-Schmidt.

Es gibt kaum gestellte Fotos, stattdessen findet man zum Beispiel ein Bild von ihr, auf dem ihre beiden Töchter auf ihr herumklettern und ihr das Gesicht anmalen. Oder Wenzler-Schmidt, wie sie vor ihrer Couch sitzt, unter der sich allerhand befindet, was sich dort in der Vergangenheit so angesammelt hat. „Ich nehme die Leute wirklich in meinen Alltag mit, für die meisten bin ich das Mädchen von nebenan oder sogar wie eine Freundin“, erklärt die 30-Jährige.

Oftmals gibt sie in ihrer Story lustige Geschichten zum Besten und nimmt sich vor allem selbst nicht zu ernst. Sie erzählt viel über alles, was gerade in ihrem Leben passiert. Dadurch entsteht allerdings manchmal eine relativ einseitige Kommunikation. „Die Leute denken, dass sie mich kennen, und das tun sie in gewisser Weise ja auch“, sagt Wenzler-Schmidt. Über die Nachrichtenfunktion erhält sie oft direktes Feedback, was sie sehr gut findet. Doch über ihre Follower weiß sie wiederum recht wenig. So passiert es, dass sie auch die ein oder andere Nachricht erreicht, mit der sie vielleicht nicht gerechnet hätte. „Die Distanz fehlt oftmals, ich habe zum Beispiel schon Fragen zu den Beziehungen der Follower erhalten, da kann ich natürlich keine Tipps geben“, stellt sie fest.

Kinder aus dem Fokus genommen

Eine weitere Nachricht, mit der sie nicht gerechnet hat, erreichte sie im Jahr 2017. „Damals hat mir eine meiner Abonnentinnen geschrieben, dass sie mein Kind in Aachen gesehen hat“, erinnert sich Wenzler-Schmidt. In diesem Moment habe es Klick gemacht, das habe viel in ihr bewegt. Bis dahin hat sie ihre beiden Töchter auf ihrem Profil gezeigt. Sie gehören zu ihr und waren oft das leichtere Fotomotiv. „Sie sind einfach süß, man findet besser ein schönes Bild seiner Kinder als von sich selbst“, gibt sie zu. Doch nach dieser Nachricht hat sie radikal aussortiert. Alle Bilder auf ihrem Profil, auf denen man die Mädchen erkennen konnte, hat sie gelöscht. Sie wollte ihre Kinder nicht in Situationen bringen, die sie selbst nicht kontrollieren könnte.

Ein Vollzeitjob ist ihr Leben als Influencerin nicht. Etwa drei Stunden insgesamt verbringt sie täglich mit Instagram, die meiste Zeit beantwortet sie die rund 200 bis 300 Nachrichten, die sie am Tag erhält. „Dadurch habe ich tolle Menschen kennengelernt, es sind auch sehr intensive Freundschaften entstanden“, erzählt sie. Als zweites Standbein hat die 30-Jährige noch eine Agentur für Social Media. Dort betreut sie andere Influencer und vermittelt sie an Firmen, sieht die Welt der sozialen Medien also aus der anderen Perspektive.

Vor allem Instagram hält Wenzler-Schmidt für die Werbeplattform der Gegenwart und Zukunft. „Man kann unglaublich zielgerichtete Werbung machen, die man super auswerten kann“, erklärt sie. Man könne als Werbetreibender Alter, Geschlecht und Aktivität sehen, so, dass man genau die Leute erreiche, die man haben wolle. „Das ist ein nachhaltiger Marketingwert“, sagt sie, „das Geld, was man investiert, kriegt man zu 100 Prozent wieder zurück.“ Schade findet sie nur, dass das Thema hier in der Region noch nicht so angekommen ist. Dazu würde sie gerne in Zukunft ein Bloggerevent in Aachen organisieren, bei dem regionale Unternehmen und hier ansässige Blogger Kontakte knüpfen und sich austauschen können.

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