Stolberg: Bethlehem-Krankenhaus beteiligt sich an der Weltstillwoche

Stolberg: Bethlehem-Krankenhaus beteiligt sich an der Weltstillwoche

Im Mittelpunkt der diesjährigen Weltstillwoche, die noch bis zum 10. Oktober geht, stehen die „Zehn Schritte zum Babyfreundlichen Krankenhaus”. Diese zehn internationalen Qualitätskriterien bilden das Fundament der „WHO/UNICEF”-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus”.

Auch das Stolberger BethlehemKrankenhaus hat die „Zehn Schritte” in die täglichen Abläufe integriert. Die Initiative wurde bereits 1992 in Deutschland eingeführt und gehört damit zu den ältesten und führenden Verfahren der Qualitätssicherung in Krankenhäusern.

108 Geburts- und Kinderkliniken sind Mitglied der Initiative, 56 davon sind als „Babyfreundliches Krankenhaus”, anerkannt. Das „Bethlehem” darf dieses Qualitätssiegel seit zwei Jahren tragen.

Studien belegen, dass „Babyfreundlichkeit” die frühe Eltern-Kind-Bindung und das Stillen fördert. Mütter, die in babyfreundlichen Krankenhäusern entbunden haben, stillen demnach ihre Kinder sehr viel häufiger und von Anfang an ausschließlich. Über zwölf Prozent der Neugeborenen kommen heute in diesen Kliniken zur Welt.

Natürliche Ernährung

„Zu den zehn Schritten gehört, dass babyfreundliche Krankenhäuser Schwangere über die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung und den Nutzen des Stillens informieren”, berichtet Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie am Bethlehem-Krankenhaus anlässlich der Weltstillwoche.

Auch ermöglichten sie unmittelbar nach der Geburt den ununterbrochenen Hautkontakt von Mutter und Baby. Eltern und Kind könnten außerdem rund um die Uhr zusammen sein. Die Neugeborenen würden ausschließlich natürlich ernährt und Mütter bei der Entlassung auf Unterstützungsangebote, beispielsweise Stillgruppen, hingewiesen.

Wenn eine Geburts- oder Kinderklinik die „Zehn Schritte” nachweislich in die täglichen Abläufe integriere und auch keine Werbung für künstliche Säuglingsernährung mache, dürfe sie sich als „Babyfreundliches Krankenhaus” bezeichnen.

In Entwicklungsländern ist das Stillen eine Frage des Überlebens. 1,2 Millionen Kinder unter zwei Jahren könnten vor dem Tod bewahrt werden, wenn sie bis zu zwei Jahren gestillt würden, schätzen Experten. Das Stillen von Anfang an trägt dazu bei, die Sterblichkeit Neugeborener in Entwicklungsländern um 20 Prozent zu reduzieren.

Tatsächlich werden dort jedoch nur 39 Prozent der Neugeborenen innerhalb der ersten Lebensstunde an die Brust der Mutter gelegt. WHO und UNICEF empfehlen, mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen. Aktuelle Analysen aus 43 Entwicklungsländern zeigen jedoch, dass nur 24,5 Prozent der Kinder unter sechs Monaten ausschließlich gestillt würden. „Deshalb darf auch international das Engagement für die âZehn SchritteÔ nicht nachlassen”, fordert Chefärztin Dr. Gabriele Küpper.

Auch in diesem Jahr laden babyfreundliche Geburts- und Kinderkliniken werdende Eltern und junge Familien zu kreativen Veranstaltungen ein.

Ein ansprechendes Aktionsposter illustriert die „Zehn Schritte”, die ein babyfreundliches Krankenhaus kennzeichnen. Im Bethlehem-Krankenhaus sind auf der Station A2 Ständerwände mit Infos zum Stillen aufgestellt.