Stolberg-Mausbach: Beschwerdeausschuss: Krewinkel fordert verkehrssichernde Maßnahmen

Stolberg-Mausbach: Beschwerdeausschuss: Krewinkel fordert verkehrssichernde Maßnahmen

„Vorsicht Auto! Vorsicht Auto!” Immer wieder mahnen die Eltern ihre Kinder zur Achtung, wenn die Fahrzeuge insbesondere um die Ecke des Kapellchens in Richtung Forstbetriebshof „geschossen” kommen.

Da geraten die Kinder auf Rollern, Fahrrädern, Bobicar & Co. durchaus in gefährliche Situationen vor und zwischen Fahrzeugen. Die Flucht auf einen sicheren Gehweg bleibt ihnen mangels Vorhandenseins eines Bürgersteigs verwehrt. Während die Jugend in Krewinkel das frühlingshafte Wetter im Freien genießen möchte, suchen ihre Elten im Vorfeld der Sitzung des Beschwerdeausschusses am Mittwoch das Gespräch mit der Politik.

„Sie sind hier die ersten”

Mit einer gehörigen Portion Empörung haben die Anwohner die Vorlage der Verwaltung aufgenommen, nichts an der Verkehrssituation ändern zu wollen. Dabei habe Ferdi Gatzweiler ihm zugesagt, etwas zu unternehmen, wenn er ein paar Unterschriften beibringe, fühlt sich Jürgen Scheepers vom Bürgermeister nun getäuscht.

Mit 90 Unterschriften hat fast die komplette Anwohnerschaft unterschrieben. „Seit über einem Jahr versuche ich hier etwas zu erreichen; sie sind die ersten, die kommen”, sagt der Anwohner zu Albert Blau, Adolf Conrads, Günter Schwarz und MdL Axel Wirtz von der örtlichen CDU. Sie sichern ihre Unterstützung zu, verkehrsberuhigende Maßnahmen für Krewinkel zu erreichen.

Mit Schranke nur provoziert

„Eine Schranke ist für uns selbstverständlich kein Thema”, erklärt Gisla Badura. „Das war nur eine überspitzte Formulierung, um mit unseren Problemen überhaupt wahr genommen zu werden.” Nicht wahr genommen habe dagegen die Stadtverwaltung ihr Problem. Sogar an der falschen Stelle habe sie den Verkehr gemessen. Nämlich dort, wo nicht alle Fahrzeuge erfasst würden, aber aufgrund der Örtlichkeit immer langsam gefahren werden müsse.

„Ich stelle schon immer ein Bobicar demonstrativ an den Straßenrand”, greift Scheepers in der kinderreichen Ortslage zur Selbsthilfe. Die aber letztlich ebenso wenig eine Lösung sein könne, wie die nicht ausreichende Beleuchtung auf dem Schulweg Richtung Wasserkaul. „Wenn ich da in der Dunkelheit zum Bus gehen muss, habe ich Angst”, unterstreicht Schülerin Sophie Daum. Von einem gesicherten Schulweg sei in Krewinkel nichts zu sehen, unterstreichen die Eltern. Sie zeigen Verständnis für die eingeschränkte Handlungsfähigkeit der Stadt angesichts ihrer Finanzlage, erwarten aber zumindest ein Handeln mit geringen Mitteln.

Sie fordern eine Schwelle oder Berliner Kissen (einer Lärmemission bewusst) im unteren Bereich, Poller mit Ketten, um einen Gehbereich vor dem Kapellchen abzutrennen und den Straßenradius einzuengen, sowie in Richtung Forstbetriebshof alternierendes Parken und versetzte Blumenkübel. „Die pflegen wir auch gerne selber”, verspricht Barbara Daum.

Für Verwunderung sorgt darüber hinaus bei Gisla Badura die Ausschilderung des ebenfalls als Rennstrecke dienenden Abzweigs durch den Schulgarten zur Süssendeller Straße. „Zuerst kommt das Ortsausgangsschild, dann das Ende der Tempo-30-Zone und dann darf man 100 km/h fahren”, sagt Badura. „Das kann doch nicht seine Richtigkeit haben”.

Am Mittwochabend entscheidet der Beschwerdeausschuss über die weitere Bearbeitung der Forderungen der Anwohner.

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