Stolberg: Bert Kloubert: Bis zum Schluss gibt es klare Worte

Stolberg: Bert Kloubert: Bis zum Schluss gibt es klare Worte

Nach vier Jahren ist für den Vorsitzenden Schluss. Am kommenden Dienstag wird Bert Kloubert bei der Jahreshauptversammlung des Stadtsportverbandes nicht mehr kandidieren. „Es wird Zeit, dass ich etwas kürzer treten“, sagt der 61-Jährige.

Über die Beweggründe, seine Einschätzung zur Situation des Sports und seines Verbandes in Stolberg sowie über seine Zukunftspläne hat er im Gespräch mit unserer Zeitung gesprochen.

Um direkt auf den Punkt zu kommen, Herr Kloubert: Warum möchten Sie nicht länger Vorsitzender des Stadtsportverbandes sein?

Kloubert: Ich fühlte mich in letzter Zeit einfach überlastet. Aus gesundheitlichen Gründen konnten einige Kollegen aus dem Vorstand nicht so arbeiten wie geplant. Das hatte zur Konsequenz, dass ich zu viel in Personalunion leisten musste. Ich werde das Tempo jetzt rausnehmen und drei Gänge herunterschalten. Allerdings scheide ich nicht ganz aus, sondern möchte mein Wissen als Beisitzer einbringen. Als solcher würde ich mich um die Bespielbarkeit der Sportplätze, die Fusionen und die Nutzungsverträge kümmern.

Ist Ihre Nachfolge geregelt?

Kloubert: Ich denke, ich kann sagen: Wir haben das Feld bestellt. Mit dem bisherigen Obmann für Ballsport ohne Fußball, Gerd Schnitzler, wird es am Dienstag einen Kandidaten für den Vorsitz geben. Er ist zudem bereit, die Geschäftsführung zu übernehmen. Die Idee ist in den vergangenen Monaten zunächst aus der Not geboren, da ich auch in Personalunion tätig war, weil unser Geschäftsführer Erwin Nießen wegen Krankheit ausgefallen ist. Aber dieses Modell hat sich bewährt, die Wege sind kürzer und die Abläufe effizienter.

Lässt die Satzung des Stadtsportverbandes die Besetzung zweier Vorstandsämter durch eine Person denn zu?

Kloubert: Ja. Denn in der Satzung steht nicht, dass dies nicht erlaubt ist.

Sie sprachen vom bestellten Feld. Gilt das auch für die Inhalte?

Kloubert: Ich denke, wir können eine gute Bilanz vorweisen. Die letzten vier Jahre sind insofern optimal gelaufen, als wir es geschafft haben, eine deutlich größere Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von allen Sportarten erreicht — sowohl in der Öffentlichkeit als auch intern. Das ist uns allen zusammen gut gelungen. Das heißt aber nicht, dass die Fußballer einen Grund zur Beschwerde hatten oder haben. Sie sind bei uns weiterhin sehr präsent und werden in Zukunft mit Patrick Aberle einen engagierten Vertreter als neuem Obmann in unserem Vorstand haben.

Im Fußball hat sich einiges geändert . . .

Kloubert: Ja, und ich finde zum Guten. Beispielsweise hat der neue Modus für die Fußball-feldstadtmeisterschaft sehr guten Anklang gefunden. Dank der Reduzierung der Spielzeit in der Vorrunde auf zwei Mal 30 Minuten ist die Wahrscheinlichkeit jetzt viel höher, dass ein kleinerer Verein einem großen ein Bein stellen kann. Der Gewinn der Stadtmeisterschaft durch den SV ASA Atsch im Jahr 2012 belegt das eindeutig. Außerdem ist der Beschluss unseres Vorstandes auf große Zustimmung gestoßen, dass die Stadtmeisterschaft im Stadion Glashütter Weiher ausgetragen wird, wenn der Ausrichter nicht selbst über einen Rasen- oder Kunstrasenplatz verfügt.

Dem Vernehmen nach gibt es da mit Blick auf das nächste Jahr Gesprächsbedarf.

Kloubert: Es ist in der Tat so, dass der SV Grün-Weiß Mausbach an uns herangetreten ist, weil er die Meisterschaft 2015 auf seinem Aschenplatz austragen möchte. Das aber wäre ein klarer Verstoß gegen die Regelung, die wir im Stadtsportverband getroffen haben.

Und wie gehen Sie damit um?

Kloubert: Dazu gibt es eine klare Ansage: Wer nur über einen Aschenplatz verfügt, aber nicht willens oder in der Lage ist, die Stadtmeisterschaft in Münsterbusch auszutragen, muss auf die Ausrichtung verzichten. In diesem Fall käme dann der Verein zum Zuge, der auf der Vergabeliste auf dem zweiten Platz steht. Wenn die Stadtmeisterschaft in einem würdigen Rahmen stattfinden soll, dann muss zwingend auf Rasen oder Kunstrasen gespielt werden.

Apropos Rasen: Was halten Sie vom Plan des SV ASA Atsch, ein Naturrasen-Kleinspielfeld anzulegen?

Kloubert: Ich habe mit mehreren Verantwortlichen des SV ASA gesprochen und ihnen gesagt, dass sie sich darum bemühen müssen, ihre Kinder und Jugendlich in der Atsch zu halten. Der Standort ist für den Stadtteil unheimlich wichtig. Und wegen der Lage des Sportplatzes wird es schwierig sein, einen Fusionspartner zu finden. Ich finde die Idee für einen Naturrasen-Platz deshalb sehr gut.

Und wie sehen Sie die Entwicklung in anderen Vereinen?

Kloubert: Ich sehe den TSV Donnerberg und Columbia Stolberg in ihren Bemühungen um eine Fusion auf einem guten Weg. Und ich wünsche dem FC Adler Büsbach, dass es ihm gelingt, genügend Geld zusammenzubekommen, um am Kranensterz einen Kunstrasenplatz zu bauen. Der Verein leistet ungemein wichtige und wertvolle Sozialarbeit in seinem Bereich. Ohne dieses Engagement gäbe es in Büsbach erheblich mehr Probleme. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass die Vereine über zeitgemäße Sportanlagen und qualifizierte Trainer verfügen müssen, wenn sie für die Menschen interessant sein und bleiben wollen. Clubs, die den modernen Anforderungen nicht entsprechen, werden durch das Raster fallen.

Um Vereinsfusionen, Sportanlagen und deren Bespielbarkeit möchten Sie sich auch weiterhin kümmern. Dennoch werden Sie in Zukunft deutlich mehr (Frei-)Zeit haben als bisher. Wie werden Sie diese nutzen?

Kloubert: Zunächst einmal möchte ich ein bisschen abschalten. Mal abwarten, wie lange diese Erholungsphase dauern wird. Auf längere Sicht betrachtet werde ich mir bestimmt wieder ein Betätigungsfeld suchen.