Stolberg: Beim Neujahrskonzert „trifft Bach auf Saxophon"

Stolberg: Beim Neujahrskonzert „trifft Bach auf Saxophon"

Eine besinnliche Stunde mit religiösen Texten, zudem ein musikalischer Genuss als passende Einstimmung auf 2013: Das alles bot das Neujahrskonzert in der gut gefüllten Finkenbergkirche. Pfarrer Uwe Löper stimmte auf die Jahreslosung der Evangelischen Kirche aus dem Hebräerbrief ein: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“.

Dies geschah unter anderem mittels einer Predigt, die zu Neuaufbrüchen ermutigte, sowie dem vielleicht berühmtesten Rilke-Gedicht: „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“. Auch dies war eine Ermunterung zu einem Dasein, das „Ja“ sagt zu Veränderungen und selbst „Unvollendetem“. Kantor Gunther Antensteiner, in seiner eigenen Person als Organist und Cembalo-Spieler, sowie ihm befreundete Musikerinnen und Musiker sorgen im Jahresablauf immer wieder für hochwertige Auftritte im Rahmen der Finkenberg-Konzerte. Daran schloss das Neujahrskonzert nahtlos an.

Die Sopranistin Angela Buzari, derzeit wegen ihres Medizinstudiums mehr in Lübeck als in der heimatlichen Kupferstadt zu finden, bezauberte erneut mit einer Stimme, die Tonschönheit und beachtliches Volumen — es wurde von der Orgelempore aus gesungen und gespielt — bereithält. Dies bewies sie besonders bei der Arie „Flößt, mein Heiland, flößt Dein Namen“ — einfühlsam und facettenreich von Gunther Antensteiner an der Orgel begleitet und registriert — sowie dem zu Herzen gehenden „Et misericordia“ aus dem Magnificat des zeitgenössischen englischen Komponisten John Rutter.

Bei der Telemann-Kantate „Gott will Mensch und sterblich werden“ und Antonio Vivaldis „Quia respexit“ — bekannt schon vom letzten Marienkonzert in der Finkenbergkirche — bildete Yvonne van der Does an der Violine ein wohl abgestimmtes Trio mit der Sängerin und dem Organisten. Als „Entdeckung“ — in der Finkenbergkirche, in der hiesigen Musikschule ist sie gleichwohl schon mit Erfolg aufgetreten — und zudem als Doppeltalent erwies sich die erst 15-Jährige Alina Meuser. Spielte sie zunächst mit prächtig hellem Ton an der Seite von Gunther Anten­steiner das „Te Deum“ von Charpentier, galt später „Bach meets Saxophon“: bei der berühmten Air des Thomaskantors.

Eben noch aufmerksame Begleiterin, gab Yvonne van der Does ihrer Geige einen raumfüllenden kantablen Klang bei der „Méditation“ von Jules Massenet und der Sonate C-Dur von Johann Christoph Pepusch — ersteres von der Orgel, letzteres am Cembalo von Gunther Antensteiner unterstützt.

Der Beifall der Besucher wollte nicht eher enden, als bis alle Musiker von der Orgelempore nach unten gewandert waren. Schließlich „hört“ bekanntlich gerne das Auge mit, bei oder nach „Leckerbissen“ für das Ohr.

(jope)
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