Stolberg: Bei reinen Geschenken bleibt es für die Bücherwürmer nicht

Stolberg: Bei reinen Geschenken bleibt es für die Bücherwürmer nicht

Für Beate Klaas ist der kommende Montag im Grunde kein besonderes Ereignis, dieser „Welttag des Buches”. Obwohl die Stadtbücherei da eigentlich ein Wörtchen mitreden müsste. Tut sie aber nicht, denn: „Für uns ist jeder Tag ein Tag des Buches”, sagt Klaas, die Leiterin der Stadtbücherei.

Natürlich möchte sie damit den 23. April nicht in Abrede stellen. Aber: Genau dieses Datum, an dem seit 1995 international der Literatur und dem Urheberrecht gedacht werde, sei zwar „grundsätzlich eine gute Idee, aber was letztlich zählt, ist die Nachhaltigkeit.”

Verweis auf laufende Projekte

Auf diese Nachhaltigkeit setzt das Team der Stadtbücherei, unter anderem deshalb wird auf spezielle Aktionen zum „Tag des Buches” verzichtet. „Außerdem feiern wir an diesem Wochenende unseren 100. Geburtstag, das wäre des Guten ein bisschen zu viel”, sagt Klaas. Vielmehr werden an der Frankentalstraße laufende Projekte, wie die jeden Donnerstag stattfindende Mal- und Bastelstunde für Grundschulkinder, den Briefkontakt von Erstklässlern zum Leseclown Oscar und andere Leseförderprogramme in den Vordergrund gerückt.

Dennoch: Der „Tag des Buches” sei „ein wichtiger Teil, um ans Lesen herangeführt zu werden”, sagt Beate Klaas auch mit Blick auf viele Stolberger Kinder mit Migrationshintergrund. „Wenn Kinder das erste Mal zu uns in die Bücherei kommen, staunen sie, weil sie noch nie so viele Bücher auf einmal gesehen haben.” Deshalb sei es wichtig, vor allem junge Menschen behutsam an Literatur heranzuführen. Klaas: „Und da geht es nicht nur um lesen, sondern auch um basteln, malen und geselliges Zusammensein.”

An den Aktionen rund um den Unesco-Welttag des Buches nimmt in der Kupferstadt stattdessen der Handel rege teil. Die „Bücherstube am Rathaus” von Beginn an dabei und hält das Buch in der Reihe „Ich schenk Dir eine Geschichte” für alle interessierten vierten und fünften Klassen der Stolberger Schulen bereit.

„Rückmeldungen kamen von den Grundschulen Atsch, Breinig, Büsbach, Grüntalstraße und Mausbach sowie der Förderschule Talstraße und der Realschule I, so dass wir Stolberger Schülern mehrere hundert Bücher schenken”, beschreibt Buchhändler Wolfgang Krüpe. Bundesweit erwerben rund 3500 Buchhandlungen Verschenkbücher, um sie jungen Lesern zu überreichen.

Aus dem Welttag wird in der Kupferstadt sogar eine „Woche des Buches”, denn beim reinen Verschenken von Büchern bleibt es am Rathaus nicht: Alle Stolberger Schulen waren zudem eingeladen, mit ihren vierten und fünften Klassen in die „Bücherstube” zu kommen, um an einer spannenden „Leserallye” teilzunehmen, bei der es an verschiedenen Stationen knifflige Rätsel zu lösen gilt.

„Das wäre aber an nur einem Tag zeitlich schwierig, und möglichst viele Schüler sollen Gelegenheit haben, bei der Leserallye mitzumachen. Damit also auch die Schulen flexibler planen können, haben wir den Welttag des Buches bis zum 27. April ausgedehnt”, erklärt Krüpe.

Vier Schulen nutzen dieses „verlängerte” Angebot, und insgesamt sieben Klassen kommen so in den Genuss der „Leserallye”, unter deren Gewinnern weitere Buchpreise verlost werden. Für ausreichend Stoff dürfte für alle Leseratten gesorgt sein.