Stolberg-Vicht: Bauverein schafft Basis für Vichter Kirche

Stolberg-Vicht: Bauverein schafft Basis für Vichter Kirche

Das Erntedankfest ist jetzt der willkommene Anlass für ein Mitarbeiterfest und die Jubiläums-Feier zum 100-jährigen Bestehen der Vichter Pfarrkirche gewesen.

Pfarrer Hans Doncks, der fast 30 Jahre als Seelsorger in Vicht gewirkt hat, war eigens aus Heimbach gekommen, um zusammen mit dem Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Süd, Pfarrer Norbert Bolz, den Festgottesdienst zu feiern.

Der langjährige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Karl Lüttecke erinnerte in seiner Begrüßung an das Leitwort des 300-jährigen Pfarrjubiläums im August 1994 - „Wir sind Gottes Volk”. Anschließend versetzte Rudi Dreuw die vielen Gottesdienstbesucher mit einem historischen Rückblick in den Anfang des 20. Jahrhunderts, als die erste Vichter Kirche - 1849 um ein Langschiff erweitert - wieder zu klein geworden war und nur noch einem Viertel von inzwischen 1200 Gläubigen einen Sitz- oder Stehplatz in der Sonntagsmesse bot. So gründete Pfarrer Hecker einen Bauverein, und 1904 hatte die eher ärmliche Vichter Bevölkerung bereits erstaunliche 5000 Mark angespart, allerdings zunächst nicht mit dem Ziel eines Neubaus.

Nach mehreren Versuchen, die alte Kirche zu erweitern, wurde 1910 das großzügige Grundstück in den Mühlenbenden erworben und ab 1911 die neugotische, geostete Kirche in Vichter Dolomitstein errichtet. So wurde das im August 1912 benedizierte Gotteshaus zum gefühlten Mittelpunkt des Dorfes mit dem großzügigsten Kirchplatz weit und breit.

Wie ernst die Erzdiözese Köln, zu der auch Vicht bis 1930 gehörte, das Bauvorhaben nahm, zeigt die Genehmigung einer einmaligen Hauskollekte im Erzbistum und auch in den Nachbarbistümern Münster und Trier im Frühjahr 1912. Das Portrait des Pfarrers Julius Rumpen (1908-1929), des geistigen Erbauers der neuen Kirche, wurde am Eingangspfeiler der Pfarrkirche verewigt. Seit 1972 trägt die frühere Kirchstraße in Vicht seinen Namen...

Im Anschluss an den Festgottesdienst feierten Ehrenamtler und Festgäste im geschmückten Pfarr- und Jugendheim den großen Tag. Rudi Dreuw begrüßte als Mitglied des Pfarrgemeinderates die Gäste: „Dass ihr alle gekommen seid, entspricht dem Geist, der hier in Vicht herrscht. Wir sind der Ausdruck einer lebendigen Gemeinde, wir packen da an, wo wir Gutes tun können, und wir leben den Gedanken: Gemeinschaft ist nicht alles, aber ohne Gemeinschaft ist alles fast nichts”.

Marion Meurer, Leiterin der Kinder- und der Jugend-Disco, erläuterte die erfolgreiche Arbeit ihres Teams. Und sie freute sich über einen symbolischen Scheck über 600 Euro, den Karl Lüttecke aus dem Erlös des diesjährigen Pfarrfestes überreichte.

Einen anschaulichen Überblick über die Entwicklung der beiden Vichter Kirchen gewährten Bilder und Dokumente, die der Chronik-Kreis der Pfarrgemeinde präsentierte. Dazu passten die von Peter Heinrichs zur Verfügung gestellten, handgefertigten Modelle der Pfarrkirche und der heutigen Johannes-Kapelle.

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