„Barbara Y Vaiven Cubano“ freuen sich auf das Musikfestival in Stolberg

Interview zum Wochenende : Vorfreude auf das Musikfestival in Stolberg

Das Neujahrskonzert am Sonntag bietet einen musikalischen Vorgeschmack auf das diesjährige Festival „Stolberg goes Cuba“.

Der von Karl Schäfer geleitete Städtische Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr spielt lateinamerikanische Musik, und das in Stolberg lebende Trio „Barbara Y Vaiven Cubano“ wird mit kubanischen Liedern zu hören sein. Warum Barbara Verdecia und Aliocha Escuriola nach Deutschland gekommen sind, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, welches Instrument ihr gemeinsamer Sohn Michael in dem Trio spielt und wen Aliocha auf einer Konzert-Tournee begleitet, haben sie im Interview mit Marie-Luise Otten erzählt.

Warum haben Sie Kuba verlassen?

Escuriola: Wir kamen vor 25 Jahren nach Deutschland, weil wir Barbaras Eltern, beide Berufsmusiker, auf ihrer Tournee durch Spanien und Deutschland begleiten sollten. Mit einem Bassisten und uns beiden sind wir als Quintett aufgetreten und haben die kubanische Volksmusik im Westen Europas populär gemacht.

Verdecia: Die Agentur meiner Eltern bat uns dann, in Deutschland zu bleiben, um hier zu arbeiten.

Was versteht man unter dem Buena Vista Social Club?

Verdecia: „Buena Vista“ ist ein Stadtteil Havannas. In den Social Clubs kamen die Menschen zum Schwatzen und Karten spielen zusammen. Da mein Vater auch Kontakt zu solch einem Club hatte, haben meine Eltern den Namen als Motto für ihre Konzertreise aufgegriffen. „Buena Vista“ ist heute für viele ein Synonym für kubanische Musik, egal wer sie spielt.

Wie lange wohnen Sie schon in Stolberg?

Verdecia: Wir haben zuerst in Übach-Palenberg gewohnt und sind dann später nach Aachen gezogen. Unsere kubanischen und spanischen Freunde, die schon in Stolberg lebten, haben uns die Kupferstadt so schmackhaft gemacht, dass wir seit Dezember 1998 auch hier wohnen.

Sind Sie in Stolberg angekommen und fühlen Sie sich wohl?

Verdecia: Ja, total. Es ist unser Zuhause geworden.

Wie wurden Sie auf das Neujahrskonzert morgen aufmerksam?

Escuriola: Karl Schäfer vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr hat uns angesprochen, ob wir Lust hätten, mitzumachen. Er wies auf das kommende Festival „Stolberg goes Cuba“ hin. Wir haben uns sehr gefreut, und haben kurzerhand zugesagt.

Sie treten als Trio „Barbara y Vaiven Cubano“ auf. Was bedeutet der Name? Und wer spielt was?

Escuriola: „VaiVen“ bedeutet hin und her. Barbara und ihre kubanische Musik hin und her. Der Name entstand, weil wir immer bei den Konzerttouren und Auftritten von einem Saal zum anderen unterwegs waren.

Verdecia: Mein Mann spielt Keyboard, mein Sohn Percussion (Bongos), und ich singe und spiele Gitarre.

Was erwartet die Zuhörer?

Verdecia: Kubanische mitreißende Volksmusik, temperament- und seelenvoll dargeboten, wilder Rumba, fetziger Mambo, also fünf bis sechs Lieder, darunter „Chan Chan“ und „Despacito“.

Spielen Sie auch beim Musikfestival „Stolberg goes Cuba“?

Escuriola: Ja, da können Sie uns am 15. Juni im Piano wieder als Trio hören.

Was machen Sie sonst noch?

Verdecia: Mein Mann und ich arbeiten seit 2003 als Musiklehrer an der Musikschule Merz. Aliocha gibt Schlagzeug- und ich Gitarrenunterricht. Mein Mann unterrichtet weiterhin noch an der Musikschule in Geilenkirchen und ich im Auftrag der Musikschule in der Grundschule in Zweifall und am Goethe-Gymnasium.

Was ist mit Michael? Was macht er?

Michael: Ich habe mein Abitur am Ritzefeld-Gymnasium 2016 gemacht und studiere jetzt in Maastricht Musik (Jazz). Daneben arbeite ich als Dozent in der Schlagzeugschule in Rothe Erde mit über 70 Schlagzeugschülern. Kinder und Erwachsene werden hier unterrichtet sowie angehende Studenten auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vorbereitet.

Aliocha geht demnächst auf Tournee. Mit wem und wohin?

Escuriola: Ich fahre mit Semino Rossi, einem der erfolgreichsten Schlager-Künstler Deutschlands, in diesem Jahr durch Deutschland und Österreich. Ich habe den argentinisch-österreichischen Schlagersänger bereits im Dezember 2018 in Wien bei einer Weihnachtsgala begleitet. Dabei war auch José Feliciano („Feliz Navida“). Jetzt bei seiner Latino-Tour besinnt Rossi sich auf seine Wurzeln und präsentiert seine größten Hits und andere lateinamerikanische Klänge. Los geht es am 26. April in Wolfsburg.