Stolberg/Nürnberg: Autozulieferer Leoni hebt Prognose an

Stolberg/Nürnberg: Autozulieferer Leoni hebt Prognose an

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni hat nach einem stark verlaufenen dritten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr erneut erhöht.

Der weltweit tätige Entwickler und Hersteller von Kabeln und Verkabelungssystemen, der mit der Leoni Kerpen GmbH auch in Stolberg eine Niederlassung unterhält, rechnet nun für 2010 mit Einnahmen von rund 2,8 Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 120 Millionen Euro.

2011 könnte dann bei den Erlösen die Drei-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden, wie der Konzern am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärte. Auch das Ergebnis soll weiter steigen.

Zwischen Juli und September stiegen die Einnahmen um gut ein Drittel auf fast 720 Millionen Euro und der operative Gewinn stieg von 5,5 Millionen auf 39 Millionen Euro. Unter dem Strich kam Leoni aus den roten Zahlen und schrieb einen Gewinn von gut 21 Millionen Euro nach einem Verlust von fast 4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen lagen über den Erwartungen von Analysten.

Zu verdanken hat Leoni die starken Ergebnisse nicht nur der überraschend schnellen und starken Erholung der Automobilindustrie, sondern auch der Trendwende in der Nutzfahrzeug-Branche sowie den positiven Entwicklungen in der Elektro-, IT-Industrie und dem Maschinenbau.

Erst Mitte Juli hatte der Konzern sich ehrgeizigere Jahresziele gesetzt und seither einen Umsatz zwischen 2,6 und 2,7 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von rund 100 Millionen Euro angepeilt. Auch der Blick auf die Neunmonatszahlen zeigt, dass die alten Vorgaben kaum mehr haltbar waren: Bei den Einnahmen hat Leoni mit mehr als 2,1 Milliarden Euro bereits Ende September gut drei Viertel der alten Prognose erreicht und das Gewinnziel mit fast 97 Millionen Euro schon fast erfüllt.

Der bisherige Umsatzrekord stammte aus dem Jahre 2008. Seinerzeit hatte Leoni gut 2,9 Milliarden Euro eingenommen. Im Vorjahr war der Umsatz in der Wirtschaftskrise um etwa ein Viertel eingebrochen. Sowohl vor Zinsen und Steuern als auch netto schlugen auf Jahressicht dicke Minuszeichen zu Buche - und das erst zum zweiten Mal seit der Gründung des Unternehmens im Jahre 1917.

Leoni beschäftigt rund 53.000 Mitarbeiter in 37 Ländern. Die Aktie des Unternehmens notierte am späten Vormittag leicht im Plus bei 26,55 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier bereits gut die Hälfte an Wert hinzugewonnen.