Stolberg: Autofahrer geraten künftig nicht mehr ins Schwimmen

Stolberg: Autofahrer geraten künftig nicht mehr ins Schwimmen

Nie mehr Stau und kein Hochwasser im Europatunnel: Laut Landesbetrieb Straßen NRW gibt es ab sofort keine Verkehrsprobleme mehr mit der Unterführung für die Landesstraße 238, Stolbergs wichtigster Verkehrsader.

In dieser Woche war der Tunnel letztmals in der Nacht wegen des Umbaus gesperrt. „Schließlich müssen wir Tests machen. Und die sind bei fließendem Verkehr nicht möglich”, erklärte Arnd Meyer am Donnerstag auf Anfrage, warum der Tunnel erneut gesperrt war. Der Landesbetrieb hat überprüft, ob die neue Lichtanlage so funktioniert wie erhofft. Laut Meyer, der Projektleiter für den Umbau war, ist der Europatunnel jetzt mit einer LED-Anlage ausgestattet, die den neuesten Richtlinien entspricht.

Die provisorische Beleuchtung ist weg, jetzt sorgen die neuen Lampen für Licht. Neu sind auch Kameras, Rauchmelder und eine Tunnelfunkanlage, die Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr nutzen sollen, wenn der Telefonempfang gestört ist. Weiterhin im Betrieb: Eine Standleitung in die Tunnel-Leitzentrale in Duisburg. Über diese senden Kameras und Rauchmelder ein Alarmsignal, wenn ein Problem auftritt.

Die dritte Technik-Einheit, die ebenfalls mit der Zentrale verbunden ist, bilden die zwei Wasserpumpen. Sie sollen künftig dafür sorgen, dass sich am Tiefpunkt der 380 Meter langen Unterführung bei starkem Regen kein Wasser mehr sammelt. „Die neuen Pumpen sind deutlich leistungsstärker als die alten. Die sind dafür ausgelegt, auch bei starkem Regen zu funktionieren”, schilderte Meyer.

Ob der Tunnel auch bei größtmöglichem Unwetter befahrbar bleibt, vermochte Meyer nicht zu sagen. „Aber es muss schon sehr viel passieren, bevor sich eine größere Menge Wasser sammelt. Das ist deutlich besser als mit den zwei alten Pumpen.”

Rund 1,2 Millionen Euro hat das Erneuern der Licht- und Sicherheitstechnik im Tunnel gekostet. Während der Modernisierung war der Teilabschnitt der L 238 deswegen häufiger gesperrt. Neu, aber für die Autofahrer nicht zu sehen, sind auch die 21 Schaltschränke in den Kontrollräumen.

Größere Abstände

Bei der Lichtanlage hat der Landesbetrieb Straßen NRW eine spezielle Taktik eingesetzt. Die Abstände zwischen den runden Lampen sind an den Ein- und Ausfahrten geringer. Mehr Lampen sorgen für mehr Licht. Damit soll der Unterschied für das Auge beim Eintauchen aus dem Tageslicht in den dunklen Tunnel verkleinert werden. Zur Mitte hin werden die Abstände dann größer.

Die größer werdenden Abstände sind keine Sparmaßnahme, sondern entsprechen den Richtlinien für Tunnel. Das Reduzieren der Helligkeit hat offenbar einen erzieherischen Wert. „Der Tunnel ist für eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Wer schneller fährt, der sieht schlechter”, so Arnd Meyer.