Ausschreibung wird vorbereitet

Frage der „Befähigung zum gehobenen Verwaltungsdienst“ : Muss Beigeordneter wieder die Schulbank drücken?

Der Stadtrat entscheidet über die Ausschreibung des Voigtsberger-Dezernats. Zu den geforderten Qualifikationen zählt die sogenannte Befähigung zum gehobenen Verwaltungsdienst.

Zweieinhalb Monate, nachdem Robert Voigtsberger die Kupferstadt in Richtung Köln verlassen hat, macht sich der Stadtrat daran, die Nachfolge zu regeln. Er soll auf seiner Sitzung am 10. September die Verwaltung mit der Ausschreibung der vakanten Stelle eines Beigeordneten beauftragen, um diese „umgehend neu“ besetzen zu können.

Eine der Kernfrage ist der Aufgabenbereich, den ein solcher kommunaler Manager leiten soll. Zuletzt im September 2014 hatte der Stadtrat die Geschäftskreise auf Vorschlag von Bürgermeister Tim Grüttemeier einvernehmlich festgelegt. Als sein Nachfolger erklärt Patrick Haas, an dieser Aufteilung weiter festhalten zu wollen: „Die Verwaltung empfiehlt, keine Änderung der Dezernats- und Geschäftsverteilung vorzunehmen, da sich diese Aufteilung in den vergangenen fünf Jahren bewährt und als effektiv herausgestellt hat.“

Das Dezernat II soll in der Ausschreibung das Amt für Schule, Kultur, Sport und Tourismus, das Amt für Soziales sowie das Jugendamt umfassen. Unabhängig davon wolle man sich eine andere Dezernatsverteilung aber vorbehalten, damit der oder die neue Beigeordnete sich nicht darauf berufen könne, dass ein Geschäftskreis nicht verändert werden dürfe.

Der Wahl vorausgehen muss eine Ausschreibung. Die Verwaltung schlägt vor, dass sie das Prozedere wie bereits vor fünf Jahren erledigen werde, als seinerzeit zwei Beigeordneten unter anderem in unserer Zeitung ausgeschrieben wurden.

In der Legislaturperiode zuvor hatte Ferdi Gatzweiler als Bürgermeister auf ihm gegenüber verantwortliche Fachbereichsleiter gesetzt. Tim Grüttemeier setzte wieder auf klassische Verwaltungsstrukturen mit Wahlbeamten, die direkt dem Rat gegenüber verantwortlich sind – für das technischen Dezernat weiterhin Tobias Röhm.

Für das Dezernat Jugend, Schule und Soziales gesucht wurde eine „dynamische, innovative, verantwortungsbewusste und entscheidungsfreudige Persönlichkeit, für die ein hohes Maß an Führungsfähigkeit und sozialer Kompetenz selbstverständlich ist“. Gewünscht wurden „Erfahrungen im Aufgabenbereich, strategisches Denken und Handeln sowie Organisationsgeschick“, vorausgesetzt war der Abschluss eines Hochschulstudiums.

Die Wahl fiel auf den stellvertretender Sportdirektor beim Deutschen Behindertensportverband, Robert Voigtsberger, und auf Tobias Röhm, Bauingenieur in der Privatwirtschaft. Die Personalie hatte einen Schönheitsfehler. Beide Bewerber erfüllten zwar persönlich die für die Ernennung zum Wahlbeamten auf Zeit notwendigen Voraussetzungen, aber es fehlte die Befähigung zum gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienst bei mindestens einem Beigeordneten. Während beide zunächst als Dezernenten angestellt wurden, legte Voigtsberger erfolgreich die erforderliche Prüfung ab. Sodann wählte der Rat beide als Beigeordnete.

Mit dem Ausscheiden von Voigtsberger aus städtischen Diensten ist die Frage der Befähigung zum gehobenen Verwaltungsdienst wieder aktuell. Somit darf mit Spannung auf die Bewerbungen für den nach B2 dotierten Posten gewartet werden.