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Ausnahmekünstler Albert Sous wird 85 Jahre alt

Ausnahmekünstler Albert Sous : Herr „Kugelbrunnen und Co.“ wird 85 Jahre alt

Der Ausnahmekünstler Albert Sous ist in der gesamten Städteregion zu Hause. Ein Karnevalsorden brachte ihn in die Villa Hammerschmidt. Nun feiert er seinen 85. Geburtstag.

Seine Skulpturen und Metallobjekte prägen viele Städte – besonders in unserer Region. Der Künstler, Goldschmied und Autor Albert Sous wird an diesem Freitag 85 Jahre alt.

Zu seinen wohl bekanntesten Werken zählt der Kugelbrunnen auf der Adalbertstraße in Aachen, wobei Sous unter anderem mit der Lokomotive vor dem Westbahnhof weitere Spuren in der Kaiserstadt hinterlassen hat.

Ebenso wie in Würselen etwa auf dem Linden- und dem Morlaixplatz oder dem Marktplatz von Broichweiden. Und natürlich am Ravelsberg, wo Albert Sous in den 1960er Jahren sein Atelier und Wohnhaus baute, dessen Kuppel er aus etwa 20 000 Flaschen konstruierte.

In Stolberg ragt der „Vogelmensch“ aus dem Bastinsweiher, und Sous' Wirken reicht weit über unsere Region hinaus. Beispiele sind Skulpturen in Mainz und Xanten sowie der 25 Meter hohe „Sous-Turm“ im Ostfriesischen Aurich.

Sohn eines Schrotthändlers

Am 24. April 1935 wurde Sous als Sohn eines Schrotthändlers im heutigen Stolberg-Mausbach geboren, das seinerzeit noch zur Gemeinde Gressenich gehörte. „Mit meinem Vater habe ich den Wald gefegt“, erinnert sich Sous, dass nach dem Zweiten Weltkrieg der Wald reichlich verwertbare Munitionsreste hergab.

Die Schule habe er gehasst, jedoch das Zeichnen geliebt, und daher auch zunächst als Technischer Zeichner bei einer Firma in Stolberg-Büsbach gearbeitet. Es folgte eine Lehre bei einem Goldschmied in Oberstolberg. Zur Berufsschule ging Sous in Köln.

„Da war es üblich, dass wir Lehrlinge auch Karnevalsorden angefertigt haben.“ Sein Orden gewann den ersten Preis und wurde im folgenden Jahr dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss verliehen. „Ich wurde dann in die Villa Hammerschmidt eingeladen, was mich sehr beeindruckt hat“, beschreibt Sous, dass der Bundespräsident ihm gesagt habe: „Sie sind jung, und Sie können alles schaffen.“

Was sich bewahrheiten sollte. 1956 begann Sous an der Werkkunstschule Aachen das Studium der Bildhauerei, 1961 legte er zudem die Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied ab.

Auch die Kinder sind künstlerisch tätig

Albert Sous heiratete 1962 die Grafikerin Susi Leder, heute hat das Paar vier Kinder, die alle ebenfalls Künstlerisch tätig sind. Für seine Leistungen als Gold- und Silberschmied wurde Sous 1962 mit dem Juwel des Jahres geehrt und erhielt 1966 den Bayerischen Staatspreis für Schmuck sowie 1983 den Staatspreis für Goldschmiedekunst Nordrhein-Westfalen.

1977 schuf der Künstler den Kugelbrunnen auf der Aachener Adalbertstraße, der auch das Titelbild seiner 2018 erschienenen Autobiographie „Prinzip Finderlohn“ ziert.

Geboren in Stolberg, aufgewachsen in Mausbach lebt Sous in Würselen und sieht sich als Aachener Künstler. „Eigentlich darf ich die gesamte Städteregion mein zu Hause nennen“, sagt er.

Dass sein Geburtstag in das Kontaktverbot der Corona-Krise fällt, sei für ihn kein Thema. „Ich habe schon Anfang des Jahres zu meiner Familie gesagt, dass ich diesen Geburtstag nicht groß feiern möchte. Warum ich mich dazu entschieden habe, weiß ich nicht“, erklärt Albert Sous. Und deutet gleichwohl an, dass er als Künstler noch nicht in Rente gehe, sondern noch am Tag vor seinem 85. Geburtstag ein neues Projekt begonnen habe.