Stolberg: Ausbau: Erste Priorität hat jetzt die Kita auf der Liester

Stolberg: Ausbau: Erste Priorität hat jetzt die Kita auf der Liester

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Das gilt auch für die Stadt Stolberg, die auf die bis dato unzureichenden Fördermittel für den weiteren Ausbau der U3-Betreuung reagiert und ihre Prioritätenliste überarbeitet. Das hat insbesondere für zwei auf dem Plan stehende Einrichtung im Stadtgebiet unmittelbare Folgen: Die katholische Kindertagesstätte St. Sebastianus verliert ihre „Pool Position“, stattdessen rückt die städtische Einrichtung auf der Liester nun auf Rang 1.

Ursprünglich sollten mit Blick auf den am 1. August in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr noch in diesem Jahr 22 zusätzliche U3-Plätze in der Atsch geschaffen werden. „Die Maßnahme kann aber derzeit nicht finanziert werden“, bestätigte Fachbereichsleiter Willi Seyffarth auf Anfrage.

Benötigt würden neben Investitionen der Pfarrgemeinde St. Lucia in Höhe von rund 300.000 Euro auch satte 396.000 Euro aus Landes- und Bundesmitteln, was dem maximal möglichen Zuschuss von 18.000 Euro pro geschaffenem Platz entspräche. Derartige Zahlungen sind derzeit allerdings nicht in Aussicht.

„Wir hoffen darauf, dass es Rückläufe aus nicht abgerufenen Mitteln geben wird“, erklärt der Fachbereichsleiter, der darauf verweist, dass der Ausbau der Kita St. Sebastianus ein wichtiger Bestandteil des städtischen Betreuungsplanes ist. „Wir brauchen diese Plätze.“ Deshalb setzt die Verwaltung auch darauf, dass für den Fall, dass es besagte Rückläufe nicht geben sollte, doch noch einmal ein neues Förderprogramm aufgelegt wird.

Weil es dafür aber bislang keine verlässlichen Hinweise gibt, wird nun zunächst die Kindertagesstätte auf der Liester erweitert. Mit den vom Land vor Ostern freigegebenen rund 180.000 Euro können dort — zuzüglich eines zehnprozentigen Trägeranteils sowie im städtischen Haushalt eingestellter Investitionsmittel in Höhe von rund 200.000 Euro — die Kosten für die Schaffung weiterer zehn Plätze für Kinder unter drei Jahren gedeckt werden.

Kitas auf der Warteliste

Auf der Warteliste bleibt unterdessen die städtische Kita in der Mozartstraße. Wie im Falle von St. Sebastianus gibt es keinen Förderbescheid, so dass die rund 110.000 Euro teure Baumaßnahme (plus 21.000 Euro für die Inneneinrichtung) vorerst nicht realisiert werden kann.

Fortschritte gibt es hingegen beim Bau der neuen (und im Stolberger Stadtgebiet ersten) Kita der Arbeiterwohlfahrt Aachen-Land an der Ecke Josefstraße/Erikaweg. Die Erdarbeiten sind nahezu abgeschlossen, nächste Woche Freitag soll die Bodenplatte für die zukünftige Einrichtung gegossen werden. Ab voraussichtlich Oktober werden auf dem Donnerberg in drei Gruppen insgesamt 50 Kinder einen Platz finden — darunter 22 unter Dreijährige.

Um die vom Land Nordrhein-Westfalen für die Erfüllung des Rechtsanspruches als Zielquote angegebenen 32 Prozent erreichen zu können, wird das Stolberger Jugendamt die Zahl der Plätze in der Kindertagespflege aufstocken — von 98 auf 129. Damit sollen die definitiv nicht mehr zu vermeidenden Verzögerungen bei der letzten Stufe des Neu- und Ausbauplanes bis zu dessen Abschluss kompensiert werden.