Eltern beantragen Umwandlung: Aus der KGS Atsch soll bald schon eine GGS werden

Eltern beantragen Umwandlung : Aus der KGS Atsch soll bald schon eine GGS werden

Die Katholische Grundschule Atsch könnte bald schon der Vergangenheit angehören. Nein, die Einrichtung schließt nicht ihre Pforten. Aber sie soll in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt werden.

Zumindest, wenn der Schulausschuss einem Abstimmungsverfahren zustimmt und auch die Eltern sich dafür entscheiden. Würde diese Abstimmung dann positiv ausfallen, wäre die Grundschule an der Bischofstraße die einzige sogenannte katholische Bekenntnisschule in Stolberg. Doch von vorne.

Insgesamt zehn Grundschulen gibt es in Stolberg. Allesamt sind in Trägerschaft der Stadt – also auch die beiden Katholischen Grundschulen. Der Grund: Die Kirche hat weder eine Träger- noch eine Aufsichtsfunktion. Heißt: Fallen Kosten an – beispielsweise für die Instandhaltung des Gebäudes oder Material – kommt der Träger, also die Stadt Stolberg, dafür auf. Finanzielle Unterstützung dürfe es von Seiten der Kirche gar nicht geben, denn damit würden die Gemeinschaftsgrundschulen benachteiligt, heißt es in den Richtlinien des Erzbistums Köln.

Welche Rolle die Kirche in diesem Zusammenhang dann eigentlich spielt: Sie biete den Katholischen Grundschulen an, sie bei ihrer „Profilierung als Katholische Grundschule“ zu unterstützen, heißt es darin weiter. Bedeutet: Für die Schulleitungen bietet die Kirche beispielsweise Seminare an, in denen es um Beratung, Supervision oder auch um Coaching geht.

Laut dem nordrhein-westfälischen Schulgesetz haben Eltern allerdings die Möglichkeit, die Schulart der Grundschule ihres Kindes zu ändern. Die Voraussetzung dafür: Zehn Prozent der abstimmungsberechtigten Eltern müssen bis zum 1. Februar eines Jahres einen Antrag auf die Einleitung des Verfahrens an das Schulamt stellen. Dieses Antragsverfahren gliedert sich in ein Einleitungsverfahren und ein Abstimmungsverfahren.

Ende Januar dieses Jahres haben die Eltern der KGS Atsch einen entsprechenden Antrag bei der Stadt Stolberg eingereicht. Insgesamt sind sogar 26 Anträge von Eltern, deren Kinder den Schulstandort zum Stichtag am 10. Januar dieses Jahres besuchten, form- und fristgerecht eingegangen, teilte die Stolberger Verwaltung mit. Die vorgegebene Quote von zehn Prozent wurde somit erfüllt. 26 Anträge auf insgesamt 188 Schüler sorgen für eine Quote von 13,8 Prozent.

Der nächste Schritt: Nun muss auch die Politik ihr Go geben. In der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Tourismus, der am heutigen Mittwoch tagt, steht das Thema auf der Tagesordnung. Stimmt die Politik zu, kann ein Abstimmungsverfahren starten.

Dieses soll – nach Absprache mit dem Schulamt der Städteregion als untere Schulaufsichtsbehörde und der kommissarischen Schulleiterin Martina van Westen – nach den Sommerferien stattfinden, damit Eltern, die ihre Kinder für das Schuljahr 2020/2021 anmelden wollen, wissen, um welche Schulform es sich handelt.

Abstimmen können übrigens alle Eltern, deren Kinder die Atscher Grundschule zum Stichtag am 10. Januar 2020 besuchen. Pro Kind gibt es dann eine Stimme. Die Stimmabgabe soll voraussichtlich im September per Brief in einem Zeitraum von zwei Wochen erfolgen. Doch: Eltern können nur abstimmen, wenn sie sich vorab auch dafür eingetragen haben. Das sogenannte Abstimmungsverzeichnis soll bis zum dritten Tag vor der Abstimmung an insgesamt drei Tagen öffentlich ausgelegt werden.

Eine Umwandlung findet allerdings nur statt, wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Eltern dafür gestimmt haben. Jede nicht abgegebene Stimme wird als Stimme dagegen gewertet. Und dann? Ist dies erfolgt, kommt die Politik ins Spiel und muss diesem Beschluss zustimmen. Das dürfte allerdings kaum vor der nächsten Ausschuss- oder Ratssitzung im November der Fall sein. Von der Antragstellung bis zur Umsetzung wären dann zehn Monate vergangen.

Mehr von Aachener Nachrichten