Stadtteilfest auf der Liester: Aufeinander zugehen und voneinander lernen

Stadtteilfest auf der Liester : Aufeinander zugehen und voneinander lernen

Beim Stadtteilfest auf der Liester treffen sich junge und alte Besucher unterschiedlicher Kulturen und genießen das bunte Programm.

Es tut sich was im Stadtviertel auf der Liester, ganz im Sinne des Slogans „aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander leben“. So zeigte es jedenfalls das Fest am Samstag rund um den Geschwister-Scholl-Platz und vor den Kindergärten Pirolweg und Auf der Liester.

Nicht nur der Wettergott strahlte, auch die Menschen, die zusammenkamen, hatten den Sonnenschein im Herzen. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie jung oder alt, zu Fuß, im Kinderwagen oder mit Rollator und Rollstuhl unterwegs waren. Man merkte, dass die Menschen in Stolberg unterschiedlicher Kulturen friedlich zusammen leben können und sich gegenseitig respektieren.

Das Angebot war entsprechend vielfältig und bunt: Die Kita „Auf der Liester“ war mit einem Kindersachenflohmarkt, Kinderschminken und einer Cafeteria vertreten. Ein Frittenwagen, ein Infostand von Polizei und Feuerwehr mit Kinderaktionen wie dem Feuerwehrauto sowie die Band „Gabis Kometen“ mit Coversongs von Nelly Furtado, Cyndi Lauper, Fool’s Garden oder Peter Maffay rundeten das Bild ab.

Die älteren Besucher des Festes auf der Liester genossen Kaffee und Kuchen sowie die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Foto: Marie-Luise Otten

In der Kita-Pirolweg warteten eine Riesenkugelbahn, Glücksrad und Entenangeln neben anderen Angeboten auf die Kinder. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ sangen die Straßenfestbesucher auf dem Kirchenvorplatz zur Gitarrenbegleitung von Ferdi Evertz, während sich die Kinder beim Dosenwerfen versuchten und Luftballons in die Höhe steigen ließen.

Infostände zur Wohnraumförderung, Flüchtlingshilfe, der mobilen Jugendarbeit und zum Jugendparlament sowie eine Hüpfburg und Spielmobil luden zu Gesprächen und zum Spielen ein.

Im Vorraum der Kirche kochte Dieter Brockmann von der Initiative Obdachlosenküche Nahrhaftes für die Besucher. Da, wo vor zwei bis drei Jahren noch „tote Hose“ im Stadtquartier war, herrschte an diesem Wochenende Aufbruchstimmung. „Mittlerweile gibt es sogar neue Zusammenschlüsse von Gruppen, die sich für die Liester engagieren, von denen wir erst kürzlich gehört haben“, erzählte Sozialplaner Leo Jansen sichtlich stolz.

Treffen in der „Oase“

Ein Treffpunkt für Jung und Alt in der „Oase“ jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr startete zum Beispiel am 18. September 2018 und wird von vielen Menschen regelmäßig besucht. Neu ist auch die Facebookgruppe „Lebendige Liester“ mit ihren 150 Mitgliedern. Letztere haben sogar zu einer Papiersammlung auf dem Geschwister-Scholl-Platz aufgerufen.

Um die Lebensqualität langfristig zu erhöhen, der sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken und den Zusammenhalt zu stärken, sind sowohl städtebauliche und infrastrukturelle sowie soziale Projekte notwendig. Dafür braucht die Stadt die Hilfe der Bürger, die sich mit ihren Ideen einbringen.

So erfahren der Geschwister-Scholl-Platz vor der Pfarrkirche St. Hermann-Josef und weitere nicht genutzte Flächen eine Veränderung hinsichtlich Gestaltung und Nutzung. Wie es werden wird, zeigten die Pläne der Neugestaltung. Neben einer Bäckerei wird ein Friseurgeschäft und ein weiteres Quartiersbüro Einzug halten. Das Büro dient als feste Anlauf- und Informationsstelle für alle Bewohnerinnen und Bewohner des westlichen Stadtviertels.

Bürgermeister Patrick Haas lobte die Zusammenarbeit der Stadt mit dem bürgerschaftlichen Engagement und dankte den Initiatoren und Mitwirkenden für Ihren Einsatz. „Nur, wenn alle anpacken, kann Stadtplanung und Sozialplanung erfolgreich sein!“

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