Aufbrüche und Diebstähle beschäftigen Bürger in Büsbach

Kriminalität in Büsbach : Eine Mischung aus Angst, Wut und Resignation

In Teilen von Büsbach herrschen derzeit Angst, Wut und Resignation vor. Die Anwohner sind der Meinung, dass sich dringend etwas ändern muss. Aber was ist eigentlich passiert?

Angefangen hat alles vor rund einem halben Jahr. Im März wurde Thomas Rissmayer, Anwohner des Höhenkreuzweges in Büsbach, bestohlen. Der oder die Diebe hatten es auf die Regenrinne abgesehen. Der Schaden, der entstand, belief sich auf 1200 Euro. Und damit nicht genug.

Vor zwei Jahren war Rissmayer mit seiner Familie nach Büsbach gezogen. Den Ortsteil hielt er für ein gutes und sicheres Wohngebiet. Mittlerweile ist er da etwas anderer Meinung. Vier Strafanzeigen habe er in den vergangenen sechs Monaten wegen Eigentumsdelikten gestellt und sei damit nicht der einzige aus der Nachbarschaft.

Nach dem ersten Delikt folgte schnell ein weiteres: eines von Rissmayers Autos wurde aufgebrochen. In den vergangenen Monaten sei dies im Wohngebiet Höhenkreuzweg und Eburonenweg immer wieder der Fall gewesen. Rissmayer spricht von insgesamt 40 Delikten. Die Taten, die rund um sein Haus verübt wurden, sind auf Video aufgezeichnet.

Hilfe suchte er bei Bürgermeister Patrick Haas. Ein Termin mit Anwohern und Verwaltung wurde nun vereinbart. Auch auf dem Stolberger Polizeirevier wurde Rissmayer vorstellig. „Bei uns herrscht eine Mischung aus Angst, Wut, Frustration und Resignation vor“, sagt Rissmayer, der nach den beiden Vorfällen eine Gruppe in den Sozialen Netzwerken gründete. Und die erfreut sich großer Beliebtheit. Immer wieder findet man darin Einträge, in denen Opfer von Autoaufbrüchen schreiben – in Büsbach, in Breinig und auf dem Donnerberg. „Es ist auch schon das Thema aufgekommen, dass man als Bürger selbst Patrouille läuft. Aber wer möchte schon eine Bürgerwehr?“, sagt Thomas Rissmayer und antwortet: „Ich nicht!“

Dunkelziffer weitaus höher

Und was sagt die Polizei dazu? Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte die Pressestelle mit, dass es in den vergangenen drei Monaten im Ortsteil Büsbach zehn Fälle von Autoaufbrüchen gegeben habe. Drei davon seien allerdings Versuche gewesen. Dies sei laut Polizei „nicht auffällig“. Auch ein Anstieg dieser Delikte – im Vergleich zum Vorjahr – sei nicht zu erkennen. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weitaus höher sein. Denn nicht alle Nachbarn würden die Aufbrüche und Diebstähle auch anzeigen, weiß Rissmayer.

Dass das Thema Kriminalität in Büsbach nicht neu ist, zeigen Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Zwischen Mai und Ende Juli 2018 hatte die Polizei aus dem Neubaugebiet 13 Anzeigen aufgenommen – neun am Eburonenweg und vier am Gallierweg. Der damalige Bürgermeister Tim Grüttemeier erklärte daraufhin, dass die Polizei zugesichert habe, intensiver Präsenz zu zeigen. Im vergangenen Jahr hatten Anwohner einen Bewohner des Obdachs Kelmesberg für die Taten verantwortlich gemacht. Auch dort sollte sich eigentlich schon vor einiger Zeit etwas getan haben, sicherte die Stolberger Verwaltung ebenfalls im vergangenen Jahr zu.

Auch Rissmayer will nicht ausschließen, dass die Straftaten mit der Unterkunft zusammenhängen. Das sei für ihn allerdings nur ein Nebenaspekt. Für Rissmayer ist klar: In Sachen Kriminalität muss sich in Büsbach dringend etwas tun. Der jüngste Vorfall unterstützt ihn in seiner Auffassung. Erst in der Nacht zu Mittwoch wurden erneut zwei Autos aufgebrochen.

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