Öffentliche Förderung senkt Marktpreis: Auch der Quadratmeter-Preis kann sich sehen lassen

Öffentliche Förderung senkt Marktpreis : Auch der Quadratmeter-Preis kann sich sehen lassen

Im sozialen Wohnungsbau senkt die öffentliche Förderung den Marktpreis, damit Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen eine Wohnung zu einem geringeren Quadratmeter-Preis mieten können. Der Investor oder Bauherr erhält vergünstigte Kredite und darf dann eine Mietobergrenze für einen begrenzten Zeitraum nicht überschreiten.

Die Stadt Stolberg hat bei diesem Thema eine Vorreiterrolle übernommen und konnte jetzt nach einer zwölfmonatigen Bauzeit auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes Rotsch zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht barrierefreien Wohnungen von 41 Quadratmeter bis 102 Quadratmeter einweihen.

Das erste Haus in der Hubertine-Heine-Straße 16 ist bereits bis auf eine Wohnung seit dem 1. August komplett vermietet, und die Menschen, die hier leben, sind einfach nur begeistert. Es sei sehr ruhig hier, die Nachbarn nett, die Stadt nahe und es gäbe genug Möglichkeiten zum Joggen. Man könne zu Fuß oder mit dem Auto in die Stadt. Kindergärten und Schulen liegen in unmittelbarer Nähe, so dass alles zusammenpasse.

Auch der Quadratmeter-Preis kann sich sehen lassen. Er liegt bei 5,25 Euro. Um eine Wohnung hier zu mieten, ist allerdings ein Wohnberechtigungsschein notwendig und der Einkommensnachweis vonnöten, deren Obergrenze für eine Einzelperson bei 18000 Euro liegt. Die Stadt Stolberg als Eigentümer und Bauherr hat für beide Gebäude rund 2,7 Millionen Euro gezahlt und steht 25 Jahre in der Bindung. 1,9 Millionen Euro erwarb die Stadt zinsgünstig als Darlehen. Der Bürgermeister begrüßte neben dem Architekten Andreas Elsbroek und Hochbauamtsleiter Ulrich Coopmann auch Vertreter der Fraktionen und interessierte Gäste. Die Häuser sind keine Wohnblöcke, wie es einige Ratsvertreter im Vorfeld befürchtet hatten. Und sie verschandeln auch nicht das Wohngebiet.

Tim Grüttemeier bedauerte, dass „die Meckerer nicht anwesend waren“, um sich vom Gegenteil überzeugen zu können. Besonders freue ihn, dass viele Privatinvestoren dem Beispiel der Stadt gefolgt sind, wie die Wohnhäuser an der Duffenter Straße, Auf der Liester, an der Mauerstraße und am Büsbacher Berg zeigen.

Alle Wohnungen im Neubaugebiet Rotsch sind großzügig und flexibel gestaltet, haben eine solarunterstützte Fußbodenheizung, große Fenster und eine bodengleiche Dusche. Die Wohnungen, von denen einige sogar einen kleinen Balkon aufweisen, werden permanent belüftet und verfügen über eine Satellitenanlage. Aufgrund der Bodenverhältnisse sind die Gebäude allerdings nicht unterkellert. Die Abstell-, Wasch- und Trockenräume befinden sich in der dem Hang zugewendeten Seite. Jedes Haus verfügt zudem über einen Aufzug und Stellplätze.

Der Rasen ist eingesät, so dass im nächsten Jahr für die Kinder noch ein Sandkasten und Spielgeräte aufgestellt werden können. Was das zweite Haus betrifft, so sollen dort in Kürze Menschen im laufenden Asylverfahren einziehen.

(mlo)
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