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Galmeistraße soll ergrünen

Attraktiv und freundlich zu Insekten

Noch lassen die Stämme wenig ihrer späteren Pracht erahnen: Es sind Tulpenbäume, die an der Galmeistraße gesetzt werden. FOTO: Lydia Flink

Stolberg Noch wirken sie eher unscheinbar, die jungen Stämme, die jetzt in den Beeten der Galmeistraße stehen. Aber sie versprechen ein Augenschmaus in Büsbach zu werden: tulpenförmige Blüten, grün mit gelb und orange, sollen im Juni oder Juli für Glanz im Straßenzug sorgen.

Es sind schmale pyramidenförmige Tulpenbäume mit halboffener Krone, die die Stadt für die Bepflanzung des ausgebauten Straßenzuges ausgesucht hat. Bis zu 15 Meter hoch werden können die 15 Bäume, deren Blätter sich im Herbst gelb verfärben. Begleitet werden sie von 500 weißblühende Zwergliguster und 300 bodendeckende Rosen der Sorte Alcantara mit roten Blüten.

Viel ist vor allem im vergangenen Sommer geredet worden über Bienensterben und die Schaffung von insektenfreundlichen Beeten. Doch wer genau hinschaut und vielleicht ein wenig gärtnerisches Faible hat, kann erkennen, dass die Kupferstadt schon seit Jahren ein großes  Herz für die Natur hat. Dieses Herz hat auch einen Namen: Bernhard Frings aus der Planungsabteilung des Tiefbauamtes ist schon immer mit Herzblut bei seiner Arbeit.

Zu seinen bekanntesten Projekten zählt die naturnahe Grünanlage „Ribbecks Garten“ im Büsbacher Neubaugebiet. Die Trockenheit des vergangenen Jahres hat es zwar Obstbäumen und Beerensträuchern ebenso wie den eingesäten Blühpflanzen schwer gemacht, den ersten Charme zu verbreiten. Aber Natur ist nun einmal eine Sache, die ihre Zeit braucht.

Etwas schwer machte der trockener Sommer es den neu gesetzten Pflanzen in „Ribbecks Garten“. Aber auch hier stehen bienenfreundliche Pflanzen gleich am Insektenhotel. FOTO: Jürgen Lange

Eine andere Herausforderung als solch einen Park zu gestalten, ist für den Fachmann die Aufgabe, das sogenannte Straßenbegleitgrün auszuwählen. Das soll einerseits möglichst attraktiv, aber leicht zu pflegen sein. Bäume dürfen nicht zu hoch werden, sollen aber möglichst schlank bleiben, um Anliegern nicht zu viel Licht zu nehmen. Und, wie gesagt, ein besonderes Augenmerk wird auf ein reichhaltiges Angebot an Insekten und Vögeln gelegt.

Und dann sind noch andere Anforderungen zu stellen an das Grün, das Straßen begleitet: Es muss winterhart sein, widerstandsfähig gegen Frost und auch Hitze, geeignet für unsere Breiten und am besten eine Prise Salz vertragen können. Ein wenig Genügsamkeit, was die Bodenbeschaffenheit angeht, ist nicht verkehrt. Die Pflanzen dürfen nicht giftig sein, scharfe Dornen sind meist verpönt. Zudem sollen Bäume Windböen standhalten können.

 Man kann sich durchaus vorstellen, dass es nicht einfach ist, aus den umfangreichen Katalogen der Baumschulen die passende Mischung auf Bäumen, Sträuchern und Bodendeckern herauszusuchen. Vier Straßen und ein Parkplatz werden jetzt bepflanzt. Dabei darf die Auswahl gerne die örtlichen Gegebenheiten aufgreifen.

Was könnte im Breiniger Eschenweg passenderes gepflanzt werden als Eschen? Drei amerikanische Roteschen sind erwählt. Sie werden bis zu 16 Meter hoch. Gelbgrün und eher unauffällig sind die Rispenblüten im April. Im Herbst färben sich die Blätter gelb. Die Roteschen werden begleitet von 150 bodendeckende und rosablühenden Korallenbeeren und 250 Fünffingersträuchern mit goldgelben Blüten.

Die säulenförmige Felsenbirne „Ballerina“ wird bis zu sechs Meter hoch, soll im Frühjahr mit strahlend weißen Blüten begeistern und trägt im Juli essbare, leckere Früchte. Das sind allerdings keine gewohnten Birnen, sondern kleine, rot-schwarze Beeren mit Kirsch-Mandel-Aroma. Vier dieser Bäume werden am Luisenweg in Werth gepflanzt. Sie werden begleitet von 100 weißblühende Zwergliguster und 35 bodendeckende Alcantara-Rosen mit roten Blüten.

Süß duftend und gelbweiß sind die Blüten der Säulen-Winterlinde. 13 dieser bis zu 18 Meter hoch wachsenden Bäume, deren Blätter sich im Herbst gelb färben, werden an der Prämienstraße zwischen Mauerstraße und Jugendheim Münsterbusch gepflanzt. Hinzu kommen 200 Zwergliguster (weißblühend), 200 bodendeckende Rosen der Sorte „Dagmar Hastrup“, die bis in den Herbst hinein pastellrosa blühen, sowie 800 Kranzspieren mit weißen Blüten in lockeren Rispen im Frühsommer.

Mit altem Bestand eingegrünt ist die neu entstandene P+R-Anlage an der Schneidmühle zwar bereits, aber die Stadt verspricht jede Menge weiteres und abwechslungsreiches Grün in den Beeten und Hängen der Anlage. Je drei Hopfenbuchen und Säulenbirken sind vorgesehen. Weitere 64 Blütensträucher sollen Bienen eine reichhaltige Weide bieten: Felsenbirne, Zierapfel, Sommerflieder, Cornelkirsche, roter Hartriegel, Strauchmispel, Fruchtmispel, weiße Forsythie, Tetragolf-Forsythien, aschgraue Spieren, Scheinquitten und rotgelb blühender Besenginster.

Die begleitenden Bodendecker hat Bernhard Frings auch mit Bedacht ausgewählt. Sie bieten Nahrung für Bienen und andere Insekten sowie Vögel: 1000 Korallenbeeren, 250 goldgelb blühende Fünffingersträucher, 15 Scheinquitten „Nicoline“ (scharlachrot blühend, essbare gelbe Früchte), 410 Strauchrosen der Sorte „Pink Roadrunner“ und 150 Efeu.

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