Stolberg: „Artibus”-Reihe: Diesmal bleiben sämtliche Wände leer

Stolberg: „Artibus”-Reihe: Diesmal bleiben sämtliche Wände leer

Die Besucher der zweiten Künstlerpaar-Ausstellung innerhalb der „Artibus”-Reihe werden den großen Raum der Burg-Galerie wohl anders empfinden, als er sich ihnen bisher dargestellt hat. Denn wenn die Schau mit Werken von Angelika und Heinrich Keller am Sonntag beginnt, bleiben die Wände der Galerie leer.

„Ich habe mich besonders auf diese Ausstellung ohne Bilder gefreut, da sie auch den Raum verändert”, beschreibt Professor Dr. Dieter Alexander Boeminghaus, Kurator der Ausstellungsreihe. Das Künstlerpaar Keller zeigt rund 50 Skulpturen, die - von den weißen Wänden umrahmt - sehr gut zur Geltung kommen. Kleinere Objekte finden gelungene Präsentationsräume in den Fensternischen der Burg-Galerie, die bei der kommenden Ausstellung zu speziellen Blickpunkten gereichen.

Der Reiz des „Artibus”-Mottos „Paare” entfaltet sich durch die Motive, die beide Künstler teils themenhaft variieren - und gegenseitig aufgreifen. Resultat sind dennoch völlig unterschiedliche Werke, was einerseits darin begründet liegt, dass Angelika und Heinrich Keller sich zwar inspirieren, dabei aber in ihren Perspektiven eigenständige Künstler bleiben. Andererseits geben schon die gewählten Materialien verschiedene Herangehensweisen vor. Für Angelika Keller ist es wichtig, mit den Händen zu arbeiten. Ihre Keramik-Skulpturen entstehen aus Ton. „Aus Erde, Wasser, Feuer, also dem Zusammenwirken der Elemente, werden Objekte, in denen am Ende immer auch ein Stück von mir, meinem Leben, meiner Seele steckt”, führt sie aus.

Motive aus der Natur, Tier und Mensch nehmen auch durch das künstlerische Schaffen Heinrich Kellers Gestalt an. Während seine Frau ihren Kunstwerkstoff im Wortsinn „begreift”, arbeitet er mit technischem Gerät: Seine Stahlskulpturen erschafft er mittels eines Schneidbrenners, den er per Hand führt. „Im Vergleich zur modernen industriellen Bearbeitung von Stahl ist es eine archaisch anmutende Technik. Ich habe mich an neueren Methoden, zum Beispiel dem Plasmaschneider, versucht, bin aber beim handwerklichen Brennschneiden geblieben, da die Verwendung dieser Technik schroffe, organische Kanten zur Folge hat, die für viele meiner Arbeiten charakteristisch sind”, erläutert Heinrich Keller. Die von ihm in der Burg-Galerie zur Schau gestellten Werke sind teils verfremdet, weisen oft eine reduzierte Darstellung der Motive auf.

Für die Besucher der „Artibus”-Ausstellung stehen auch wieder zehn kleinere Exponate bereit, die als „Kunst für wenig Geld” zu erwerben sind. Zum „Artibus”-Aktionspreis von 40 Euro können von beiden Künstlern je zehn Unikate erstanden werden.

„Artibus” mit Angelika und Heinrich Keller

Die Vernissage zur Ausstellung von Angelika und Heinrich Keller beginnt am Sonntag, 13. Mai, um 12 Uhr in der Burg-Galerie, Faches-Thumesnil-Platz. Diese „Artibus”-Ausstellung ist bis zum Sonntag, 24. Juni, dort zu sehen. Öffnungszeiten der Burg-Galerie: dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr.