In der Galerie der Burg : Kunstvolle Vielfalt in unverkennbarem Stil

Mit beeindruckenden Exponaten und bemerkenswerter Vielfalt innerhalb des eigenen unverkennbaren Stils lockt ab Sonntag, 21. Oktober, die nächste Artibus-Kunstausstellung mit Malerei von Antonio Máro. Zahlreiche neue Werke sind in der Galerie der Stolberger Burg zu sehen, darunter großformatige Bilder des Informell.

Das intuitive Spiel mit Farben, Flächen, Formen und Strukturen Máros fasziniert, denn hinter der informellen Kunst lassen sich thematisch wie gegenständlich Inhalte erahnen. Teils scheinen Farbspritzer aus organischem Ursprung heraus ihren Weg auf die Leinwand gefunden zu haben, teils sind geometrische Formen in die Werke eingewoben.

Aber der Artibus-Ausstellung gelingt auch ein fließender Übergang vom Informell zum Abstrakten bis hin zur gegenständlichen Malerei. Zum Beispiel ist auf einem Bild der blaue Planet zu erkennen, andere Werke zeigen weitere Himmelskörper und ihre Wirkung auf unsere Erde. Aus einem eindrucksvollen Bild schaut ein abstrahierter Vogel auf einem Ast in die Burg-Galerie, und auch das Kunstschaffen selbst ist thematisiert – in einer Malerei, die zwei Bilderrahmen darstellt, die im Verlaufe der Darstellung zu einem Werk verschmelzen. Was als eine Parabel über Antonio Máro gedeutet werden kann.

Denn tatsächlich stehen zwei Künstler hinter dem Pseudonym: Apolo Ramírez Zapata, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, und sein Sohn, der Artibus-Kurator Rafael Ramírez, schaffen seit 1972 gemeinsam Kunstwerke als Antonio Máro. Das kreativ-künstlerische Zusammenspiel von Vater und Sohn wird in den Bildern immer wieder sichtbar, wenn zwei Ebenen sich begegnen und eine Symbiose eingehen. Gegenständliche Motive finden sich bei der aktuellen Artibus-Schau in Form von Stillleben und Meerestieren. Diese Werke zeugen von der peruanischen Herkunft der Familie Ramírez-Máro.

Nicht zuletzt greift die Ausstellung ein Thema auf, das seit Januar und wohl noch bis Ende Dezember in aller Munde ist: 900 Jahre Kupferstadt Stolberg. Die Legierung Messing wurde in alten Zeiten „gelbes Kupfer“ genannt, weshalb Stolberg als eigentlich bedeutende Messingstadt bis heute den Beinamen Kupferstadt trägt. Und sowohl das „echte Stolberger Gold“ Messing, als auch kupferne Farbtöne finden sich in einigen Werken – teilweise wieder in fließendem Übergang.

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